In Karbala wird Aschura zu einem Gedenken an die Tausenden von Iranern, die im Krieg getötet wurden.
In Karbala wird Aschura zu einem Gedenken an die Tausenden von Iranern, die im Krieg getötet wurden.

Tausende iranische Pilger reisten zu den Aschura-Gedenkfeiern in die heilige Stadt Kerbela im Irak. In diesem Jahr wurde auch der Opfer des jüngsten Krieges zwischen dem Iran, den Vereinigten Staaten und Israel gedacht. Viele trugen Porträts ihrer im Konflikt gefallenen Angehörigen bei sich, was der religiösen Feier eine besonders ergreifende Dimension verlieh.

Aschura, das am zehnten Tag des Monats Muharram begangen wird, ist der heiligste Tag im schiitischen Kalender. Er erinnert an den Tod von Imam Hussein, dem Enkel des Propheten Mohammed, der im Jahr 680 n. Chr. in der Schlacht von Kerbela fiel. Jedes Jahr strömen Gläubige aus vielen Ländern in diese irakische Stadt, um an den Trauerzeremonien teilzunehmen.

Diese Ausgabe erscheint zu einem außergewöhnlichen Zeitpunkt. Laut Reuters wurden im Iran mindestens 3.000 Menschen getötet, bevor im April eine brüchige Waffenruhe in Kraft trat, der in diesem Monat die Unterzeichnung eines Rahmenabkommens zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran zur Beendigung des Konflikts folgte.

In den Straßen von Karbala zogen Prozessionen mit Porträts iranischer Opfer durch die Straßen. Unter den ausgestellten Bildern befand sich auch das des verstorbenen iranischen Obersten Führers Ali Khamenei, der laut Reuters am 28. Februar, dem ersten Tag des Krieges, getötet wurde. Fahnen mit seinem Bild begleiteten die Trauerprozessionen.

Der Konflikt forderte auch Todesopfer durch iranische Angriffe auf israelische und amerikanische Stützpunkte sowie auf einige Golfstaaten. Die diesjährigen Gedenkfeiern spiegeln daher die tiefe Trauer wider, die die monatelangen Kämpfe in der Region hinterlassen haben.

Rund um den Schrein von Imam Abbas nahmen Gläubige an den traditionellen Aschura-Prozessionen teil, begleitet von Trommeln und Trauerritualen, darunter auch Selbstgeißelung. In dieser feierlichen Atmosphäre vermischte sich die Erinnerung an schiitische Religionsfiguren mit dem Gedenken an die Opfer des jüngsten Krieges.

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