Die Priesterbruderschaft St. Pius X. hofft auf eine Rückkehr zur katholischen Kirche unter einem zukünftigen Papst.
Die Priesterbruderschaft St. Pius X. hofft auf eine Rückkehr zur katholischen Kirche unter einem zukünftigen Papst.

Ein Priester der Priesterbruderschaft St. Pius X. (FSSPX), einer traditionalistischen katholischen Bewegung, die kürzlich vom Vatikan exkommuniziert wurde, erklärte am Sonntag, er sei überzeugt, dass ein zukünftiger Papst die Gruppe eines Tages wieder in die katholische Kirche integrieren werde. Diese Aussage fiel während einer Messe in Wil in der Nordostschweiz.

„Eines Tages wird ein anderer Papst die Tür öffnen und uns wieder willkommen heißen. Genau wie Papst Benedikt XVI.“, sagte Pater Georg Kopf zur Gemeinde. Seiner Ansicht nach sei die gegenwärtige Kluft zu Rom nicht von Dauer und könne unter einem zukünftigen Pontifikat beigelegt werden.

Die Priesterbruderschaft St. Pius X. wurde exkommuniziert, nachdem sie ohne die Genehmigung von Papst Leo XIV. vier Bischöfe geweiht hatte. Die Bewegung zeigte nach dieser Entscheidung kein Bedauern und beharrte darauf, dass der Papst ihre doktrinären Bedenken missachtet habe.

Die 1970 vom französischen Erzbischof Marcel Lefebvre gegründete Priesterbruderschaft St. Pius X. hat ihren Sitz in der Schweiz, aber Mitglieder in vielen Ländern. Die Bewegung verteidigt die traditionelle Ausübung des Katholizismus, feiert die Messe in lateinischer Sprache nach dem alten Ritus und lehnt den institutionellen Dialog mit anderen christlichen Konfessionen und nichtchristlichen Religionen entschieden ab.

Diese Krise erinnert an einen historischen Präzedenzfall. Ende der 1980er Jahre weihte Marcel Lefebvre ebenfalls vier Bischöfe ohne die Zustimmung des Papstes, was zu seiner Exkommunikation führte. Diese Exkommunikation wurde schließlich 2009 von Papst Benedikt XVI. im Zuge einer Annäherung an die Bewegung aufgehoben.

Trotz des erneuten Bruchs mit dem Vatikan äußern die Oberen der Priesterbruderschaft St. Pius X. die Hoffnung, dass ein zukünftiger Papst den Dialog wieder aufnehmen und ihnen schließlich die Rückkehr zur katholischen Kirche ermöglichen wird.

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