EasyJet lehnt ein Übernahmeangebot in Höhe von 6,3 Milliarden Dollar ab und gerät in einen Konflikt mit Castlelake.
EasyJet lehnt ein Übernahmeangebot in Höhe von 6,3 Milliarden Dollar ab und gerät in einen Konflikt mit Castlelake.

Die britische Billigfluggesellschaft easyJet hat ein Übernahmeangebot des US-amerikanischen Investmentunternehmens Castlelake in Höhe von 4,74 Milliarden Pfund (rund 6,3 Milliarden US-Dollar) abgelehnt. Castlelake hatte seinen Vorschlag am Montag öffentlich gemacht und damit den Druck auf den Vorstand der Fluggesellschaft wenige Tage vor Ablauf der Frist für ein formelles Angebot erhöht.

Castlelake, ein in Minneapolis ansässiges Unternehmen mit einem verwalteten Vermögen von fast 38 Milliarden US-Dollar, erklärte, sein Angebot würde es den easyJet-Aktionären ermöglichen, die Vorzüge des Vorschlags vor Ablauf der Frist am 26. Juni direkt zu prüfen. Das Unternehmen gab außerdem bekannt, bereits am 12. und 17. Juni zwei vorherige Angebote in Höhe von 5,60 bzw. 6 Pfund pro Aktie abgegeben zu haben, die beide von der Geschäftsführung der Fluggesellschaft abgelehnt wurden.

Das jüngste Angebot von 6,25 £ pro Aktie entspricht einem Aufschlag von rund 57 % auf den easyJet-Aktienkurs vor Castlelakes Übernahmeangebot Ende Mai. Dieses Angebot hat den Aktienkurs deutlich beflügelt; er stieg am Montag um bis zu 5,3 % und erreichte damit den höchsten Stand seit fast einem Jahr.

Trotz dieser positiven Marktreaktion lehnte der Verwaltungsrat von easyJet das Angebot umgehend ab und bezeichnete es als opportunistischen Versuch, das Unternehmen zu einem unzureichenden Preis zu erwerben. Das Management ist der Ansicht, dass das Angebot weder den wahren Wert des Unternehmens noch seine mittelfristigen Wachstumsaussichten widerspiegelt.

EasyJet bekräftigt, dass der Fokus weiterhin auf der strategischen Entwicklung liegt, insbesondere im Bereich der Pauschalreisen, der sich zu einem wichtigen Wachstumstreiber entwickelt hat. Die Fluggesellschaft steht jedoch vor mehreren Herausforderungen, darunter die wirtschaftlichen Folgen des Konflikts mit dem Iran und ein in den letzten Monaten beobachteter Buchungsrückgang.

Um potenziellen regulatorischen Bedenken zu begegnen, gab Castlelake an, an einer Partnerschaftsstruktur zu arbeiten, die mit den europäischen Vorschriften für Fluggesellschaften vereinbar ist. Der Investmentfonds prüft außerdem eine Alternative, die es den Aktionären ermöglichen würde, eine Teilbeteiligung am Konzern zu behalten.

Wenige Tage vor Ablauf der Frist für die Einreichung eines formellen Angebots scheint die Auseinandersetzung zwischen Castlelake und dem Management von easyJet in vollem Gange zu sein. Investoren werden die bevorstehenden Entscheidungen des Vorstands genau verfolgen, da der Druck im Zusammenhang mit einem der potenziell größten Deals der europäischen Luftfahrtbranche in diesem Jahr wächst.

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