Die Serie „Paris Police 1910“ taucht ein in das dunkle Zeitalter der Fake News.
Die Serie „Paris Police 1910“ taucht ein in das dunkle Zeitalter der Fake News.

Mit „Paris Police 1910“ schließt Canal+ die von Fabien Nury konzipierte historische Trilogie ab, die auf „Paris Police 1900“ und „Paris Police 1905“ folgte. Die finale Staffel, die bis zum 25. Mai jeden Montag ausgestrahlt wird, geht über die klassische Polizeiserie hinaus und beleuchtet eine weitere Facette der Belle Époque: die Sensationsgier der Presse, die für hohe Auflagen alles tut. Der Drehbuchautor zieht eine direkte Parallele zwischen diesem Thema und unserer heutigen Zeit, die von sozialen Medien und Fake News geprägt ist.

Ein realer Kriminalfall steht im Mittelpunkt der Serie.

Die Geschichte beginnt 1908 mit der Steinheil-Affäre, einer aufsehenerregenden Nachricht, die die ganze Nation in Atem hielt. Marguerite Steinheil wurde gefesselt und geknebelt in ihrem Haus in Impasse Ronsin aufgefunden, während ihr Ehemann und ihre Mutter ermordet worden waren. Schnell geriet die Society-Lady ins Visier einer sensationslüsternen Presse, die ihr den Spitznamen „die Trauerpumpe“ gab.

Die Ermittlungen werden von Antoine Jouin (gespielt von Jérémie Laheurte), einer Figur, die bereits in früheren Staffeln auftrat, geleitet. Zu seinem Umfeld gehören der berühmte Polizeipräfekt Louis Lépine (gespielt von Marc Barbé), Joseph Fiersi und Jeanne Chauvin. Die Serie verknüpft so Kriminalermittlungen, politische Machtkämpfe und Medienspektakel in einem Paris, das von Antisemitismus, Verschwörungstheorien und Sexskandalen geprägt ist.

In einem Interview mit Allociné erklärte Fabien Nury, dass er intensiv mit journalistischen Archiven jener Zeit gearbeitet habe. Laut ihm funktioniere diese Staffel als „fiktiver True Crime“, inspiriert von einem Fall, der Anfang des 20. Jahrhunderts „zehntausende Artikel“ hervorrief.

Eine moderne Kritik der „Erpressungspresse“

Fabien Nury beschreibt diese Zeit für Radio France als das goldene Zeitalter einer kommerziellen und aggressiven Presse, die sowohl Geschichten erfinden als auch Fakten berichten konnte. 1910 wurden in Frankreich bei einer Bevölkerung von weniger als 40 Millionen täglich fast 10 Millionen Zeitungen gelesen.

Im Zentrum dieser Medienmaschinerie steht die Figur des Monsieur La Bruyère, Direktor der Zeitung Le Matin, gespielt von Micha Lescot. Inspiriert von einer realen Person, verkörpert er laut Serienschöpfer eine „böse“, zynische und manipulative Figur, die von Skandalen und Verkaufszahlen besessen ist.

Fabien Nury vergleicht den Einfluss dieser Belle-Époque-Presse sogar mit der heutigen Macht von Nachrichtensendern, Plattformen und sozialen Netzwerken. Hinter dem historischen Kontext erweist sich „Paris Police 1910“ somit als eine hochaktuelle Reflexion über die Meinungsbildung und die Verbreitung von Fehlinformationen.

Diese dritte Staffel, die als letztes Kapitel der Saga präsentiert wird, besteht aus sechs Episoden von jeweils etwa 52 Minuten Länge, die auf Canal+ ausgestrahlt werden und auf myCANAL verfügbar sind.

Gemeinschaft

Bemerkungen

Die Kommentarfunktion ist geöffnet, aber vor Spam geschützt. Beiträge und Kommentare mit Links werden manuell geprüft.

Sei der Erste, der diesen Artikel kommentiert.

Antworten Sie auf diesen Artikel

Kommentare werden moderiert. Werbebotschaften, automatisierte E-Mails und missbräuchliche Links werden blockiert.

Ihr erster Kommentar oder jede Nachricht, die einen Link enthält, wird möglicherweise erst nach Genehmigung veröffentlicht.