Daredevil: Eine zweite Staffel, die stark von Trumps Amerika inspiriert ist
Daredevil: Eine zweite Staffel, die stark von Trumps Amerika inspiriert ist

Mit der zweiten Staffel, die seit dem 25. März auf Disney+ verfügbar ist, schlägt „Daredevil: Born Again“ einen deutlich politischeren Ton an als die meisten Marvel-Produktionen. Die Serie zeigt ein New York City unter der Herrschaft des autoritären und manipulativen Bürgermeisters Wilson Fisk, der sich Matt Murdock entgegenstellt und gezwungen ist, den Kampf wieder aufzunehmen. Hinter der Superheldenhandlung verbirgt sich eine Parallele zur amerikanischen Gesellschaft. Donald Trump Es wird sofort deutlich: personalisierte Macht, aggressive Kommunikation, eine militarisierte Polizei und ein Klima der Angst. Das Ergebnis ist umso erschreckender, als es aus einer Disney-Serie stammt, einem Studio, das sich in dieser Hinsicht selten so deutlich äußert.

Eine Superhelden-Fiktion, die eindeutig aktuelle amerikanische Ereignisse ins Visier nimmt.

Die zweite Staffel stellt eine Spezialeinheit in den Mittelpunkt ihrer Handlung: die Anti-Vigilante Task Force, die mit der Jagd auf maskierte Selbstjustizler beauftragt ist. In Wirklichkeit agiert diese Einheit jedoch primär als Miliz: brutale Razzien, willkürliche Verhaftungen, Einschüchterung und offene Gewalt prägen die Handlung. Die Parallelen zu ICE, der US-amerikanischen Einwanderungsbehörde, die in den letzten Monaten in mehreren Städten im Einsatz war, durchziehen die gesamte Serie. Le Monde merkt zudem an, dass „Daredevil: Born Again“ ein New York zeigt, das „unter der Kontrolle einer militarisierten Polizeitruppe steht, die die Opfer ihrer Razzien entführt und einsperrt“, wodurch die Staffel unmittelbar mit dem politischen Kontext der USA in Verbindung gebracht wird.

Die Serie treibt die Parallele zwischen Wilson Fisk und Donald Trump auf die Spitze. Fisk ist ein Geschäftsmann, der zum politischen Führer aufgestiegen ist – ein Meister darin, die Medien zu kontrollieren und seine Macht zu inszenieren. Sein Slogan „New York Born Again“ erinnert deutlich an die politische Maschinerie von „Make America Great Again“. Diese Interpretation stammt nicht nur von den Zuschauern: In einem Interview mit Entertainment Weekly räumte Showrunner Dario Scardapane ein, dass sich die Dinge während der Postproduktion so entwickelt hätten, dass die Kunst das Leben imitiere. Anders gesagt: Die Serie war ursprünglich nicht als direkter Kommentar zu aktuellen Ereignissen gedacht, ähnelt ihnen aber frappierend.

Die politischste Marvel-Serie seit Langem

Am auffälligsten ist, dass diese politische Ausrichtung der Serie keinen Abbruch tut. Le Monde ist sogar der Ansicht, dass Dario Scardapane „Daredevil: Born Again“ auf ein Niveau dramatischer Wucht und intellektueller Klarheit gehoben hat, das im Marvel-Universum nicht mehr erwartet wurde. Charlie Cox verkörpert somit eine intensivere, bodenständigere Figur, die tiefer in der Stadt und den politischen Machtverhältnissen verwurzelt ist – weit entfernt von den abstrakteren Handlungssträngen, die das MCU oft dominieren.

Dieser direktere Ansatz unterscheidet die Serie deutlich von den übrigen neueren Marvel-Produktionen. Die Website Polygon bezeichnet sie sogar als „die politischste Marvel-Serie aller Zeiten“ – eine Formulierung, die den Eindruck dieser Staffel treffend zusammenfasst. Ohne jemals zu einem Manifest zu werden, stellt „Daredevil: Born Again“ den Kampf gegen Autoritarismus, organisierte Angst und Sicherheitsexzesse in den Mittelpunkt seiner Handlung. Und genau das verleiht ihr heute eine einzigartige Stellung: Sie ist eine Superheldenserie, die sich endlich der Realität stellt.

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