Niel und Pigasse verlieren vor der öffentlich-rechtlichen Rundfunkkommission die Beherrschung.
Niel und Pigasse verlieren vor der öffentlich-rechtlichen Rundfunkkommission die Beherrschung.

Die Anhörung am Donnerstag vor dem parlamentarischen Untersuchungsausschuss zur Neutralität, zum Betrieb und zur Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks sollte Xavier Niel, Matthieu Pigasse und Jérôme Nommé, den Anteilseignern von Mediawan, die Möglichkeit geben, Fragen zu ihren Verbindungen zu France Télévisions zu beantworten. Stattdessen erweckte sie den Eindruck einer angespannten Konfrontation, die von persönlichen Angriffen, Vorwürfen der Unaufrichtigkeit und einem zunehmend aggressiven Ton geprägt war.

Xavier Niel wählte von Anfang an die Konfrontation. Er warf dem Berichterstatter Charles Alloncle vor, die Wahrheit verbreitet zu haben. „Annäherungen“„Fake News“ und "Lügen"bevor bekannt gegeben wurde, dass die Kommission umgewandelt worden war in "Zirkus"Der Wortwechsel artete so schnell aus, dass beschlossen wurde, die Sitzung zu unterbrechen.

Der Blutschlag von Xavier Niel

Der aufschlussreichste Moment kam von Xavier Niel selbst. Statt einer besonnenen Verteidigung schlug der Unternehmer einen konfrontativen, anklagenden, fast rachsüchtigen Ton an. Er kritisierte die Kommission für die Kosten… „zig Millionen Euro“ gegenüber den Franzosen, bevor er ironische Bemerkungen über den Preis dieses Produkts machte „Fernsehsendung“Er sogar drohte, das Gelände zu verlassen..

Pigasse, ein nervöser Verteidiger und ein fehlerhafter Vergleich

Matthieu Pigasse schlug seinerseits denselben Ton an. Auch er kritisierte die Methode des Berichterstatters und behauptete, er und Xavier Niel hätten … „mit Schlamm bedeckt“ und ging sogar so weit, mögliche rechtliche Schritte anzudeuten. Auch hier wurde der Inhalt oft von der Verärgerung überschattet.

Seine meistdiskutierte Aussage betraf die Kosten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Pigasse argumentierte, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk eine wichtige Rolle spiele. „4 Euro pro Einwohner und Monat“, indem diese Summe mit „30 oder 40 Euro pro Monat“ eines Canal+ Abonnements „ein paar Fußball- und Rugbyspiele veranstalten“Das Argument ist zwar überzeugend, beruht aber auf einem schwachen Vergleich: Seit der Abschaffung der Rundfunkabgabe stammt die Finanzierung aus einem Teil der Mehrwertsteuereinnahmen und somit aus Steuern, während Canal+ auf Basis eines optionalen kommerziellen Abonnements angeboten wird. Es handelt sich hier nicht um einen Vergleich zweier frei verfügbarer Produkte, sondern vielmehr um ein kollektives Finanzierungsmodell und ein vom Verbraucher gewähltes privates Angebot.

Eine von Nervosität getrübte Anhörung

Statt die Kritik an Mediawan und dessen Beziehung zu France Télévisions zu entkräften, erweckten Niel und Pigasse den gegenteiligen Eindruck: den von nervösen, defensiven Führungspersönlichkeiten, die den Angriff der Besonnenheit vorzogen.

Das Ergebnis ist für ihr Image verheerend. Indem sie versuchten, die Kommission gegen ihre Ermittler aufzubringen, offenbarten sie vor allem ihre eigene Nervosität. Niel stellte seinen Ärger theatralisch zur Schau und drohte sogar mit Rücktritt. Pigasse versuchte, den öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu verteidigen, indem er ihn mit einem fragwürdigen Vergleich zu Canal+ verknüpfte. Letztendlich vermittelte diese Anhörung nicht das Bild ruhiger und besonnener Führungspersönlichkeiten, sondern offenbarte zwei gereizte Männer, die auf einem schmalen Grat wandelten und unfähig waren, die in einer parlamentarischen Anhörung erforderliche Unparteilichkeit zu wahren.

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