Während Frankreich startet am Dienstag gegen Senegal in die Weltmeisterschaft.Das Schicksal spielte ihm einen Streich. Vor genau 14 Jahren, am 16. Juni 2012, starb Thierry Roland in Paris im Alter von 74 Jahren. Der Sportjournalist und Fußballkommentator verstarb mitten in der EM 2012, einem Turnier, das er ursprünglich zusammen mit Jean-Michel Larqué für M6 kommentieren sollte. Wenige Tage vor seinem Tod hatte er sich jedoch aufgrund seines noch nicht ausreichend genesenen Gesundheitszustands nach einem medizinischen Eingriff gegen die Berichterstattung entschieden. Sein Tod wurde von seiner Familie bekannt gegeben und löste eine Welle der Trauer in der Fußballwelt, im Fernsehen und unter mehreren Generationen von Zuschauern aus.
Eine Stimme, die untrennbar mit dem französischen Fußball verbunden ist.
Thierry Roland wurde am 4. August 1937 in Boulogne-Billancourt geboren und begann seine Karriere im Sportjournalismus schon in jungen Jahren. Er begleitete die Entwicklung des französischen Fernsehens über mehrere Jahrzehnte und arbeitete für ORTF, Antenne 2, TF1 und schließlich M6. Sein Name ist bis heute untrennbar mit den größten Fußballereignissen verbunden: Weltmeisterschaften, Europameisterschaften, Länderspiele der französischen Nationalmannschaft, Europapokalabende und große Live-Übertragungen. Insgesamt kommentierte Thierry Roland im Laufe seiner Karriere über tausend Spiele.
Das legendäre Duo mit Jean-Michel Larqué
Jahrelang bildeten Thierry Roland und Jean-Michel Larqué eines der bekanntesten Kommentatoren-Duos im französischen Sport. Roland gab sich als beliebter, direkter und leidenschaftlicher Kommentator, während Larqué als ehemaliger Spieler und Trainer die technischen Analysen lieferte. Ihre Zusammenarbeit prägte die Geschichte von TF1, insbesondere bei großen internationalen Wettbewerben. Für viele Zuschauer sind ihre Stimmen untrennbar mit den großen Erfolgen der französischen Nationalmannschaft verbunden, allen voran dem WM-Titel 1998.
Der Kommentator der französischen Nationalmannschaft
Thierry Roland war über Generationen hinweg eine feste Größe im französischen Nationalteam. Er kommentierte ihre Siege, Niederlagen, Krisen und großen Momente. Sein Stil war unverwechselbar: ein vertrauter Tonfall, prägnante Sätze, grenzenloser Enthusiasmus und manchmal etwas übertriebene, aber stets kompromisslose Kommentare. Er wurde zu einer populären Figur, weil er über Fußball so sprach, wie viele Franzosen ihn erlebten: mit Leidenschaft, Objektivität und Emotionen. Diese Art zu kommentieren brachte ihm immensen Ruhm, aber auch regelmäßige Kritik für einige kontroverse Äußerungen ein.
Eine immense Karriere, ein einzigartiger Stil
Thierry Roland verkörperte eine Ära des Fernsehens, in der Sportkommentare direkter und persönlicher waren. Seine Stimme, seine Vortragsweise, seine Reaktionen und seine Mimik schufen einen unverwechselbaren Stil. Er arbeitete auch für Printmedien, im Radio und in verschiedenen Sportsendungen. Doch erst im Fernsehen wurde sein Name endgültig im kollektiven Gedächtnis verankert.
Eine Beerdigung in Paris
Thierry Rolands Beerdigung fand am 21. Juni 2012 in der Basilika Sainte-Clotilde in Paris statt. Zahlreiche Persönlichkeiten aus Fußball, Medien und Sport erwiesen ihm die letzte Ehre. Anschließend wurde er auf dem Friedhof Passy im 16. Arrondissement von Paris beigesetzt. Und zweifellos wird er, wo immer er sich jetzt befindet, heute Abend die französische Nationalmannschaft, die ihm so sehr am Herzen lag, mit großem Interesse verfolgen.