Maradona habe möglicherweise 12 Stunden lang Qualen erlitten, schätzte ein Gerichtsmediziner im Prozess.
Maradona habe möglicherweise 12 Stunden lang Qualen erlitten, schätzte ein Gerichtsmediziner im Prozess.

Im Prozess um den Tod von Diego Maradona schätzte ein Gerichtsmediziner, dass der ehemalige argentinische Fußballer vor seinem Tod im November 2020 etwa 12 Stunden lang gelitten haben könnte. Carlos Casinelli, der Maradonas Leiche untersuchte und anschließend an der Autopsie teilnahm, beschrieb mehrere medizinische Elemente, die mit einem lang anhaltenden Leidensweg vereinbar sind: Hirnödem, Blutgerinnsel im Herzen, Pleuraerguss, generalisiertes Ödem und Anzeichen von HypoxieDies bedeutet einen Sauerstoffmangel in den Zellen. Laut dem Gerichtsmediziner deuten diese Befunde nicht auf einen plötzlichen und unmittelbaren Tod hin, sondern vielmehr auf einen Prozess, der mehrere Stunden andauerte.

Wurde Maradona ordnungsgemäß überwacht?

Diese Aussage ist von Bedeutung, da sie den Kern des Prozesses berührt: die Frage, ob Diego Maradona hätte gerettet werden können, wenn sein Zustand besser überwacht worden wäre. Der ehemalige Weltmeister erholte sich zu diesem Zeitpunkt von einer Kopfoperation. Er wohnte in einer Privatunterkunft und wurde dort von mehreren medizinischen Fachkräften betreut.

Sieben Angehörige der Gesundheitsberufe auf der Anklagebank

Sieben Personen stehen wegen ihrer mutmaßlichen Rolle in Maradonas Behandlung vor seinem Tod vor Gericht. Unter ihnen sind Ärzte, ein Psychiater, ein Psychologe und Krankenschwestern. Ihnen wird mögliche Fahrlässigkeit vorgeworfen, die zum Tod des ehemaligen Fußballstars beigetragen haben könnte. Im Falle einer Verurteilung drohen ihnen lange Haftstrafen.

Die Verteidigung bestreitet die These eines ärztlichen Behandlungsfehlers.

Die Verteidigung einiger Angeklagter weist die These zurück, dass Maradonas Tod auf Fahrlässigkeit und ein verlängertes Leiden zurückzuführen sei. Sie argumentiert, dass Maradonas Gesundheitszustand bereits sehr angeschlagen gewesen sei, insbesondere aufgrund seiner früheren Exzesse und Süchte. Nach dieser Verteidigungslinie könnte sein Tod auf natürliche Ursachen zurückzuführen sein, ohne dass seinen Pflegern eine direkte strafrechtliche Verantwortung zuzuschreiben sei.

Ein Prozess, der in Argentinien aufmerksam verfolgt wurde.

Der Tod von Diego Maradona ist in Argentinien nach wie vor ein äußerst sensibles Thema. Als Legende des Weltfußballs gilt er als Nationalheld. Im Prozess soll geklärt werden, ob sein Tod unvermeidbar war oder durch eine intensivere medizinische Versorgung hätte verhindert werden können.

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