Der französische Sportjournalist Christophe Gleizes, der wegen „Verherrlichung des Terrorismus“ zu sieben Jahren Haft verurteilt wurde, hat am Sonntag beim algerischen Obersten Gerichtshof Berufung eingelegt, wie seine Anwälte mitteilten. Mit der fristgerecht eingereichten Berufung will er eine Wiederaufnahme des Verfahrens erreichen, nachdem das Urteil am 3. Dezember vom Gericht Tizi-Ouzou bestätigt worden war.
Christophe Gleizes sitzt seit Juni 2025 im Gefängnis und wird von den algerischen Behörden angeklagt, weil er Kontakt zu einem Funktionär des Fußballvereins Jeunesse Sportive de Kabylie hatte. Dieser Funktionär ist gleichzeitig für die Bewegung für das Selbstbestimmungsrecht der Kabylei (MAK) verantwortlich, die von Algier als terroristische Organisation eingestuft wird. Seine Anwälte weisen die Anschuldigungen entschieden zurück und bezeichnen den Fall als haltlos.
Parallel zu den laufenden Gerichtsverfahren erwägt die Familie des Journalisten nun ein Gnadengesuch an den Präsidenten. Mehrere Organisationen für Pressefreiheit, darunter Reporter ohne Grenzen, verurteilen weiterhin die ihrer Ansicht nach willkürliche Inhaftierung und fordern seine Freilassung.