Thomas Jolly und Leïla Slimani treten der Comédie-Française bei
Thomas Jolly und Leïla Slimani treten der Comédie-Française bei

Die Comédie-Française schlägt mit der Spielzeit 2026/2027, die von Kooperationen und neuen Perspektiven geprägt sein wird, ein neues Kapitel ihrer Geschichte auf. Für sein erstes Programm an der Spitze des Hauses kündigte Clément Hervieu-Léger die Ankunft zweier bedeutender Persönlichkeiten der französischen Kulturszene an: des Regisseurs Thomas Jolly und der Schriftstellerin Leïla Slimani, die beide ihr Debüt an der „Française“ geben werden.

Die Saison umfasst insgesamt 26 Aufführungen, darunter 14 Neuproduktionen, 12 Wiederaufnahmen und sechs Tourneeproduktionen. Zudem wird die Salle Richelieu am 15. Oktober 2026 nach mehrmonatigen Renovierungsarbeiten mit einer neuen Inszenierung von … wiedereröffnet. Ruy Blas von Victor Hugo, anvertraut Julie Duclos.

Thomas Jolly übernimmt zusammen mit Alexandre Dumas die Tuilerien.

Nachdem er als künstlerischer Leiter die Olympischen Spiele in Paris maßgeblich geprägt hat, bereitet sich Thomas Jolly darauf vor, ein weiteres französisches Kulturdenkmal zu entdecken. Im Juli 2027 wird er präsentieren Der Turm von Nesle von Alexandre Dumas im Rahmen des Festivals Paris d'été – Les étés du Louvre.

Das Projekt zeichnet sich durch seinen Spielort aus: Die Aufführungen finden zunächst im Freien im Jardin des Tuileries statt, mit Blick auf den in die Pariser Landschaft eingebetteten olympischen Kessel, bevor sie im Herbst 2027 in die Salle Richelieu umziehen. Clément Hervieu-Léger lobte bei der Saisonpräsentation Thomas Jollys „großartiges Gespür für das Volkstheater“ und meinte, es sei an der Zeit, dass seine Welt sich mit der der Comédie-Française vereine.

Eine Staffel mit Fokus auf Autorinnen und Partnerschaften.

Eine weitere bemerkenswerte Neuverpflichtung ist Leïla Slimani, die ihr erstes Theaterstück schreiben wird. Ihr Werk Auferstehung. Eine Gewissensfrage. Die Inszenierung erfolgt durch Simon Delétang im Rahmen einer Koproduktion mit dem Centre dramatique national de Lorient, bevor das Stück auf Tournee geht.

Diese Entscheidung spiegelt eine Strategie des neuen Managements wider, die darauf abzielt, Autorinnen innerhalb einer Institution, in der sie lange eine untergeordnete Rolle spielten, mehr Sichtbarkeit zu verschaffen. Die Spielzeit wird zudem bedeutende künstlerische Kooperationen mit anderen Kulturinstitutionen umfassen, insbesondere mit dem Louvre und dem Nationalen Theaterzentrum des Indischen Ozeans.

Im finanziellen Bereich hält die Comédie-Française an einem Eintrittspreis von 5 € fest, erhöht aber die Preise für Premium-Tickets auf nun 56 €. Die Institution rechnet zudem für 2026 mit einem größeren Defizit, bedingt durch die Renovierungsarbeiten am Standort Richelieu und eine Saison, die größtenteils außerhalb des Veranstaltungsortes stattfindet.

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