„Ihre Familie hätte Ihre Einkommensteuererklärung einreichen können“: Die unglaubliche Reaktion der Steuerbehörden auf eine ehemalige Geisel im Iran
„Ihre Familie hätte Ihre Einkommensteuererklärung einreichen können“: Die unglaubliche Reaktion der Steuerbehörden auf eine ehemalige Geisel im Iran

Nach mehr als drei Jahren willkürlicher Haft im Iran wurde Benjamin Brière im Mai 2023 freigelassen und glaubte, in ein normales Leben zurückkehren zu können. Doch nach seiner Rückkehr nach Frankreich erwartete ihn ein ganz anderer Kampf: der bürokratische Apparat. Während seiner 1079 Tage Haft von Sozialleistungen und Arbeitsvermittlung ausgeschlossen, musste er sich in einem wahren Labyrinth der Bürokratie von Grund auf neu orientieren.

Der Schock war umso heftiger, als er sich an die Steuerbehörden wandte. Um seine Situation zu klären, erklärte der ehemalige Häftling, er habe aufgrund seiner Haft im Iran mehrere Jahre lang seine Einkünfte nicht angeben können. Diese Begründung schien entgegen aller Erwartungen nicht auszureichen.

Er erhielt eine ebenso kalte wie absurde Antwort: „Selbst im Gefängnis kann man eine Aussage machen.“ Und schlimmer noch, das letzte Argument verschlug ihm die Sprache: „Ihre Familie hätte das tun können.“ Eine Bemerkung, die völlig an der Realität des ehemaligen Geisels vorbeiging, der nur sehr selten Kontakt zu seinen Angehörigen hatte, manchmal nur wenige Minuten alle zwei oder drei Monate.

Abgesehen von dieser Anekdote wird ein ganzes System infrage gestellt. Dieser Fall verdeutlicht eine Schwachstelle der französischen Verwaltung: ihre Unfähigkeit, die Rückführung von im Ausland unter extremen Bedingungen festgehaltenen Bürgern zu organisieren. Für Benjamin Brière handelt es sich um ein regelrechtes administratives Niemandsland, in dem es kein geeignetes Verfahren gibt.

Ohne sofortige finanzielle Unterstützung und gezwungen, um seine Rechte zu kämpfen und seine medizinische Versorgung zu finanzieren, prangert er die nahezu vollständige Vernachlässigung durch den Staat an. Diese Realität ist umso schockierender, als diese ehemaligen Geiseln oft mit schweren Traumata zu kämpfen haben und besondere Unterstützung benötigen.

Er engagiert sich nun im Verein SOS Hostages und setzt sich für die Schaffung eines offiziellen Status als „Staatsgeisel“ ein. Ziel ist es, zu verhindern, dass diejenigen, die im Ausland bereits willkürliche Behandlung erlitten haben, nach ihrer Rückkehr mit einer ebenso brutalen und absurden Verwaltungspraxis konfrontiert werden.

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