Der Sieg von Paris Saint-Germain im Champions-League-Finale löste in der Nacht von Samstag auf Sonntag in ganz Frankreich große Menschenansammlungen aus. Während die Feierlichkeiten in vielen Gebieten ohne größere Zwischenfälle verliefen, kam es in mehreren Städten zu Gewalt, Plünderungen und Zusammenstößen mit der Polizei.
Bei einer Pressekonferenz am Sonntagmorgen gab Innenminister Laurent Nuñez bekannt, dass landesweit 780 Personen festgenommen wurden, ein Anstieg von 32 % im Vergleich zu einer ähnlichen Veranstaltung im Vorjahr. Insgesamt wurden 457 Personen in Gewahrsam genommen.
Der Abend war auch von mehreren schweren Vorfällen in Paris überschattet. Ein 24-jähriger Mann starb bei einem Rollerunfall auf dem Pariser Ring nahe Porte Maillot. Ein 17-Jähriger wurde bei einer Messerstecherei im 16. Arrondissement schwer verletzt. Sein Zustand ist weiterhin kritisch. Der Minister gab zudem bekannt, dass 57 Polizisten und Gendarmen bei Einsätzen zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung verletzt wurden.
Plünderungen wurden aus etwa fünfzehn Städten gemeldet.
Laut Innenministerium fanden in zahlreichen französischen Städten Versammlungen statt. In 71 Städten führten die Feierlichkeiten zu Ausschreitungen, die einen Polizeieinsatz erforderlich machten. In rund 15 Städten kam es zudem zu Plünderungen von Geschäften.
Laurent Nuñez lobte das schnelle Eingreifen von Polizei und Gendarmerie und betonte, dass deren Maßnahmen das Ausmaß des Schadens begrenzt hätten. Er versicherte, dass nun rechtliche Schritte eingeleitet würden, um die Verantwortlichen für die Gewalttaten zu ermitteln und strafrechtlich zu verfolgen.
Auf die Frage nach dem Vorschlag, Versammlungen auf den Champs-Élysées während künftiger Sportveranstaltungen zu verbieten, lehnte der Minister die Idee ab. Seiner Ansicht nach würde eine solche Maßnahme zu viele Ressourcen beanspruchen, da das Gebiet bereits umfangreichen Sicherheitsvorkehrungen unterliege.
Laurent Nuñez war der Ansicht, dass die Situation weitgehend unter Kontrolle geblieben sei, räumte jedoch die Schwierigkeiten ein, die durch die Anwesenheit von Gruppen entstanden, die die Feierlichkeiten ausnutzten, um Gewalt zu begehen und Sachbeschädigung zu verursachen.
Gemeinschaft
Bemerkungen
Die Kommentarfunktion ist geöffnet, aber vor Spam geschützt. Beiträge und Kommentare mit Links werden manuell geprüft.
Sei der Erste, der diesen Artikel kommentiert.