Ein Begriff, der sich still und leise in die Statistiken einschleicht und nun endlich auch die Politik erreicht, lautet: sinkende Geburtenrate. In einem am Dienstag, dem 5. Mai, veröffentlichten Bericht beschreibt die Hohe Kommission für Strategie und Planung unter der Leitung von Clément Beaune ein Frankreich, das in eine Phase eingetreten ist, in der die Sterberate die Geburtenrate übersteigt. Die Zahl gibt den Ton an: 645.000 Geburten im Jahr 2025, fast ein Viertel weniger als 2010, laut Daten des INSEE, die von der Kommission zitiert werden.
Die Gesamtfruchtbarkeitsrate ist mit 1,56 Kindern pro Frau auf ein historisch niedriges Niveau gesunken. Hinter diesen Entwicklungen verbirgt sich eine typisch französische Sorge: die eines alternden Gesellschaftsmodells, einer Wirtschaft mit Arbeitskräftemangel und eines Landes, dessen Alterspyramide sich langsam aber sicher umkehrt.
Ein zusätzlicher Urlaubstag, um zu Hause für Abwechslung zu sorgen
Der Lösungsvorschlag konzentriert sich weniger auf finanzielle Unterstützung, sondern vielmehr auf die Organisation der ersten Zeit – jener schlaflosen Tage, in denen oft alles von der Arbeitsteilung abhängt. Die Hohe Kommission schlägt einen zusätzlichen Monat Vaterschaftsurlaub vor, vorausgesetzt, der Vater nimmt mindestens einen Monat Urlaub. Ziel ist es, eine ausgewogenere Aufteilung der Verantwortung zu fördern und die Auswirkungen auf die Karrieren der Mütter zu verringern. Clément Beaune fasst den Gedanken mit dem Satz „Nicht das Gehalt macht das Kind“ zusammen und verdeutlicht damit, dass Familienpolitik mehr umfasst als nur Boni.
Die Behörde legt zudem Wert auf klare Abgrenzung: Von „Standards auferlegt“ oder Eingriffen in sexuelle und reproduktive Rechte ist keine Rede, insbesondere nach den Kontroversen um die „demografische Aufrüstung“ und die Idee eines Briefes an 29-jährige französische Männer. Eine sehr konkrete, fast schon alltägliche Herausforderung bleibt bestehen: die Umsetzung eines theoretischen Anreizes in eine gelebte Praxis in Unternehmen und Familien, wo letztlich die Entscheidung über die Rückkehr zum Sex fällt.
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