Hexen, Druiden, Schamanen: Das Heidentum erlebt im Vereinigten Königreich eine Wiedergeburt
Hexen, Druiden, Schamanen: Das Heidentum erlebt im Vereinigten Königreich eine Wiedergeburt

Im Vereinigten Königreich bekennen sich die Anhänger des Heidentums, die lange Zeit an den Rand gedrängt oder verspottet wurden, nun voll und ganz zu ihrem Glauben. Die Zahl der Druiden, Hexen und sogar Schamanen nimmt rapide zu und sie stellen unverhohlen eine Spiritualität zur Schau, die für die Briten, die sich wieder mit der Natur und alten Ritualen verbinden möchten, immer attraktiver wird. Der jüngsten Volkszählung zufolge bezeichnen sich heute in England und Wales fast 74 Menschen als Heiden, verglichen mit nur 000 vor zehn Jahren. Das Phänomen betrifft alle Generationen und sozialen Schichten, vom Beamten bis zum Lehrer, vom jungen Menschen bis zu den Fünfzigjährigen. Sarah Kerr, eine selbsternannte Hexe und Präsidentin der Pagan Federation, begrüßt diesen Trend: «Die Menschen suchen nach einer stärkeren Verbindung zur Natur. Es ist sehr bewegend zu sehen, wie sich so viele Menschen dem Heidentum öffnen.»

Jonathan Woolley, ein 36-jähriger Druide und Beamter im Umweltministerium, verkörpert dieses neue Gesicht des Heidentums. Weit entfernt vom Klischee des exzentrischen Druiden betont er: „Wir sind ganz normale Menschen mit klassischen Berufen. Das Heidentum ist eine moderne, tiefgründige Spiritualität, die Respekt verdient.“ Angela Barker, eine auf TikTok sehr aktive Hexe, möchte authentische Traditionen angesichts trendiger „Witchfluencer“ bewahren. Die Tanzlehrerin und selbsternannte Hexe Raegan Shanti feiert diesen Moment, in dem sich Heiden „nicht mehr verstecken müssen“: „Heute verstehen die Leute besser, was wir tun, wir werden weniger diskriminiert.“ »

Die Wiederbelebung alter Riten

Mit der Tagundnachtgleiche im Frühling erhalten Rituale eine besondere Dimension und feiern die Rückkehr des Lebens. Andrew Brennand, ein 52-jähriger Druide und Lehrer, gesteht sogar, dass er sich endlich anerkannt fühlt, nachdem er lange als „seltsam“ galt. Als Beweis für die Veränderung hat sich auch seine 19-jährige Tochter entschieden, dem druidischen Weg zu folgen. So erlebt das britische Heidentum, das lange Zeit an den Rand gedrängt war, heute eine spektakuläre Renaissance, angetrieben von der Suche nach Sinn und dem tiefen Wunsch, sich wieder mit der natürlichen Welt zu verbinden.