Blitzer: Vandalismus hält an, und die Kosten bleiben hoch.
Blitzer: Vandalismus hält an, und die Kosten bleiben hoch.

Entlang der Autobahnen stehen sie unbeweglich, fast schon alltäglich. Blitzer, die seit über zwanzig Jahren auf französischen Straßen installiert sind, bleiben ein beliebtes Ziel für all jene, die weder die Strafe noch die Symbolik ertragen können. Frankreich hat 4.753 davon, und dieses Netz, weit davon entfernt, die Gemüter zu beruhigen, provoziert weiterhin Wutausbrüche.

Farbsprühen, Planen über Fahrzeuge, Schnitte mit Winkelschleifern, Brandstiftung … das Arsenal ist bekannt und mitunter noch beunruhigender: Fahrzeuge werden aufgerissen, durch Schüsse oder Sprengstoff beschädigt. Diese Angriffe kursieren in den sozialen Medien wie Trophäen des Protests. Dahinter verbirgt sich eine seit Langem bestehende Spannung in Frankreich: die Straße als persönliches Territorium und der Staat als Polizist, der eher im Verdacht steht, Taschendiebstähle zu begehen, als Leben zu retten.

Im vergangenen Jahr kam es, insbesondere im Südwesten, zu einem erneuten Anstieg von Vandalismus, angeheizt durch den Unmut der Landwirte. In diesem Zusammenhang richteten sich die Aktionen gezielt gegen Geschwindigkeitskameras mit dem ausdrücklichen Ziel, diese zu „deaktivieren“, so Xavier Youx, Vizepräsident der Koordinierungsstelle für den ländlichen Raum der Gironde, der das Bild von Vandalen zurückweist. Das Ziel wurde nicht zufällig gewählt: Die Geschwindigkeitskamera ist gut sichtbar, leicht zugänglich und verkörpert für einige der Protestierenden eine als strafend empfundene Politik.

Wenn sich der Ärger gegen den grauen Fall richtet

Denn hinter dem Gerät verbirgt sich der Geldbeutel. Die Höhe der Bußgelder, das Gefühl der „Repression“ gegenüber Autofahrern und die Ablehnung von Kontrollen, die als rein automatisch und willkürlich wahrgenommen werden, schüren die Feindseligkeit. Das Radar verhängt keine Strafe für Fehlverhalten; es misst die Geschwindigkeit. Für manche reicht das aus, um es zum Feindbild zu machen, selbst wenn die Verkehrssicherheit das zentrale Argument der Behörden bleibt.

Eine weniger fotogene Realität im Vergleich zu den Videos von Vandalismus bleibt: die Kosten. Jede defekte Geschwindigkeitskamera bedeutet Ausfallzeiten, technische Eingriffe, Reparaturen und mitunter verstärkte Sicherheitsmaßnahmen – allesamt Kosten, die von der Allgemeinheit getragen werden. Die Behörden weisen darauf hin, dass Vandalismus eine Straftat darstellt, während die Regierung ihren Kamerapark kontinuierlich modernisiert, insbesondere durch modernere und oft besser geschützte Turmkameras.

Letztlich offenbart diese Pattsituation etwas über unsere Zeit: eine Protestbewegung, die nach einfachen Symbolen sucht, die sie angreifen kann, und eine Regierung, die mit Kontinuität reagiert, einschließlich Sanktionen und Personalwechseln. Blitzer werden derweil weiterhin wie stumme Wächter am Straßenrand stehen, und ihr Schicksal wird in den kommenden Monaten ein Indikator für die Stimmung im Land bleiben.

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