Der Prozess gegen Gérard Depardieu, der wegen sexueller Nötigung angeklagt ist, sorgt weiterhin für Aufregung. Fast 200 Anwälte unterzeichneten einen am Freitag, dem 28. März, in Le Monde veröffentlichten Meinungsartikel, in dem sie den „eklatanten Sexismus“ von Jérémie Assous, dem Anwalt des Schauspielers, während der Anhörung vor dem Pariser Strafgericht anprangerten. Sie fordern das Justizsystem auf, „die Straflosigkeit vor Gericht nicht länger zuzulassen“.
Als sexistisch und gewalttätig eingestufte Kommentare
Während seiner Plädoyers machte Herr Assous angeblich beleidigende Bemerkungen über die Klägerinnen Amélie und Sarah, nannte sie „Lügnerinnen“ und „hysterisch“ und griff gleichzeitig die Anwälte der Zivilparteien persönlich an. Der Artikel spricht von einer „maskulinistischen Strategie“ und betont, dass die Verteidigung weit über die üblichen Rechte eines Strafverfahrens hinausgegangen sei, indem sie in der Anhörung ein Klima der „Gewalt“ geschaffen habe.
Schweigen der Justiz und Reaktion der Anwaltschaft
Die Unterzeichner weisen auf „das absolute Schweigen des Gerichts“ und „die Untätigkeit der Rechtsanwaltskammer“ hin. Die von AFP kontaktierte Pariser Anwaltskammer bestätigte, dass noch keine formelle Überweisung an den Präsidenten der Anwaltskammer erfolgt sei, erinnerte jedoch daran, dass das Verhalten von Anwälten durch Gerichtsregeln geregelt sei. Er schließt nicht aus, dass bei festgestellten Verstößen gegen die Ethik eine Untersuchung eingeleitet wird. Das Urteil im Depardieu-Prozess wird am 13. Mai erwartet.