Laut einem am 1. Juni von der Territorialrechnungskammer (CTC) veröffentlichten Bericht weist das Management der beiden polynesischen Stätten, die zum UNESCO-Welterbe gehören, erhebliche Mängel auf. Die Institution ist der Ansicht, dass die Management- und Überwachungssysteme für das Marae von Taputapuatea und die Marquesas-Inseln trotz ihrer kulturellen, historischen und touristischen Bedeutung für Französisch-Polynesien weiterhin unzureichend sind.
Der Bericht ist Teil einer umfassenderen Überprüfung der Kulturpolitik der letzten fünf Jahre. Die Finanzverantwortlichen betonen, dass die Aufnahme in die Welterbeliste nicht nur eine internationale Anerkennung darstellt, sondern auch langfristige Verpflichtungen hinsichtlich Erhaltung, Förderung und Management mit sich bringt. Viele dieser Verpflichtungen werden derzeit jedoch nur teilweise erfüllt.
In Taputapuatea mangelt es an Überwachung
Das 2017 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärte Marae Taputapuatea auf der Insel Raiatea gilt als eine der wichtigsten heiligen Stätten Polynesiens. Jedes Jahr besuchen fast 28.000 Gäste dieses historische Wahrzeichen, das jahrhundertelang als religiöses, politisches und kulturelles Zentrum des polynesischen Dreiecks diente.
Das regionale Rechnungsprüfungsamt stellte jedoch mehrere Mängel fest. Die Informationstafeln galten als veraltet, und es gab kein Verfahren, um die historische Richtigkeit der den Besuchern bereitgestellten Informationen zu gewährleisten. Die Prüfer bemängelten zudem die mangelnde Überwachung des für den Zeitraum 2017–2022 entwickelten Managementplans, der weder ordnungsgemäß umgesetzt, evaluiert noch ersetzt wurde. Noch besorgniserregender war, dass der für die Überwachung der Stätte zuständige Ausschuss Berichten zufolge zwischen 2019 und 2024 nicht getagt hatte.
Den Marquesas-Inseln fehlen Ressourcen
Die Marquesas-Inseln, die 2024 als gemischtes Natur- und Kulturerbe in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen wurden, stehen ebenfalls in der Kritik. Laut Bericht hat die Direktion für Kultur und Kulturerbe aufgrund von Personalmangel und dem Fehlen einer eigens dafür eingerichteten Einrichtung vor Ort Schwierigkeiten, den Antragsprozess effektiv zu überwachen.
Die Korsische Gebietskörperschaft (CTC) bemängelt unvollständiges Management, mangelnde Koordination zwischen den verschiedenen institutionellen Akteuren und diverse administrative Unregelmäßigkeiten. Die Behörden sind der Ansicht, dass die derzeit bereitgestellten Ressourcen nicht ausreichen, um den Anforderungen an die Verwaltung eines UNESCO-Welterbes vollumfänglich gerecht zu werden, obwohl diese internationale Anerkennung für die kulturelle und touristische Entwicklung der Region von entscheidender Bedeutung ist.
Ein Aufruf zu einer langfristigen Kulturstrategie
Angesichts dieser Ergebnisse empfiehlt die Rechnungskammer des Territoriums die rasche Ausarbeitung eines konkreten Aktionsplans für die beiden genannten Stätten. Sie fordert Französisch-Polynesien außerdem auf, von einem fragmentierten Managementansatz abzurücken, insbesondere hinsichtlich der Vergabe von Kulturzuschüssen, die derzeit ohne wirkliche Evaluierung ihrer Wirksamkeit gewährt werden.
Die Jury empfiehlt zudem die Verabschiedung eines Masterplans für die Kulturpolitik bis 2027, begleitet von einem mehrjährigen Investitions- und Betriebsprogramm. Für die Gebietskörperschaft Französisch-Polynesien (CTC) ist es nur mit einer strukturierten und nachhaltigen Strategie möglich, diese außergewöhnlichen Kulturerbestätten wirksam zu bewahren und gleichzeitig ihr wirtschaftliches, touristisches und kulturelles Potenzial zum Wohle des gesamten polynesischen Territoriums zu stärken.
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