Überseegebiete: Laut einem Bericht sind mehr als 700.000 Menschen von unzureichendem Wohnraum betroffen.
Überseegebiete: Laut einem Bericht sind mehr als 700.000 Menschen von unzureichendem Wohnraum betroffen.

Die Stiftung für benachteiligtes Wohnen veröffentlichte am 17. Februar 2026 einen Bericht zur Wohnungskrise in den französischen Überseegebieten. „Unzureichender Wohnraum in den französischen Überseegebieten: Schlüsselfiguren und Vorschläge“Dieses Dokument enthält eine alarmierende Feststellung: Die Unsicherheit in den Wohngebieten ist dort deutlich ausgeprägter als auf dem französischen Festland.

Laut der Studie sind in den französischen Überseegebieten (Guadeloupe, Martinique, Französisch-Guayana, Réunion und Mayotte) über 700.000 Menschen betroffen. Dazu gehören Obdachlose, Menschen in prekären oder unhygienischen Wohnverhältnissen, Menschen, die bei anderen unterkommen, und Menschen ohne Zugang zu Wasser oder Strom. Im Vergleich zu einem deutlich geringeren Anteil in Frankreich sind in diesen Überseegebieten drei von zehn Menschen von unzureichendem Wohnraum betroffen.

Die Situation verschärft sich, insbesondere für Kinder.

Die Stiftung weist auf einen Mangel an Daten speziell für die französischen Überseegebiete hin, da diese in einigen nationalen Erhebungen nicht berücksichtigt werden. Trotzdem zeigen die verfügbaren Indikatoren eine Verschlechterung der Lage seit 2023. Besonders besorgniserregend ist die Obdachlosigkeit: Schätzungsweise 8.000 Menschen sind in den Überseegebieten obdachlos.

Auf Réunion konnten im Jahr 2024 über 1.000 Kinder nicht über die Notrufnummer 115 in Obhut genommen werden, darunter etwa 300 unter drei Jahren. Gleichzeitig verschärfen steigende Mieten und ein unzureichendes Angebot an Sozialwohnungen die Schwierigkeiten beim Zugang zu bezahlbarem Wohnraum.

Unterkünfte ohne Wasser oder grundlegende Annehmlichkeiten

Der Bericht hebt auch das Ausmaß unzureichender Wohnverhältnisse hervor. Fast 40.000 Haushalte in den französischen Überseegebieten haben keinen Zugang zu fließendem Wasser; das entspricht etwa 5 % der Hauptwohnsitze, verglichen mit einem deutlich geringeren Anteil auf dem französischen Festland. In einigen Gebieten ist der Zugang zu Warmwasser, Strom oder Abwasserentsorgung weiterhin eingeschränkt.

Im Jahr 2022 wurden in den französischen Überseegebieten (DROM) rund 150.000 unzureichende oder unhygienische Wohnungen registriert, was fast jeder fünften Wohnung entspricht. Im Vergleich dazu lag dieser Anteil in Frankreich bei unter 2 %.

Vorschläge für eine konkrete Antwort

Angesichts dieser Situation fordert die Stiftung die Umsetzung eines konkreten Plans zur Verbesserung der Wohnverhältnisse in den französischen Überseegebieten. Zu ihren Empfehlungen gehören die Schaffung von 4.000 zusätzlichen Wohnplätzen, um den Standard der Unterkünfte an den des französischen Festlandes anzugleichen, der vorrangige Bau von Sozialwohnungen und Wohnungen für Menschen mit sehr niedrigem Einkommen, die Umwandlung leerstehender Gebäude und die Bekämpfung von Brachflächen.

Die Mietpreisbindung wird auch als Hebel zur Bekämpfung der hohen Lebenshaltungskosten vorgeschlagen, da einige Haushalte zwischen 50 und 80 % ihres Einkommens für Wohnraum ausgeben.

Die Stiftung betont außerdem die Notwendigkeit, dem Thema Wohnen in den Überseegebieten politische Priorität einzuräumen und die Koordination zwischen nationalen und lokalen Akteuren zu verbessern, um jedem ein würdevolles und angemessenes Zuhause zu gewährleisten.