„Wir müssen in den Kampf ziehen“: Der Grand Orient de France will im Namen seiner humanistischen Werte seine Präsenz in der öffentlichen Debatte geltend machen.
„Wir müssen in den Kampf ziehen“: Der Grand Orient de France will im Namen seiner humanistischen Werte seine Präsenz in der öffentlichen Debatte geltend machen.

Auf einer Pressekonferenz zum Thema Rechtsstaatlichkeit am Mittwoch, dem 17. Juni, bekräftigte der Grand Orient de France (GODF) sein Engagement für eine stärkere Beteiligung an der öffentlichen Debatte. Der Freimaurerorden, der nach eigenen Angaben 55.000 Mitglieder in fast 1.400 Logen, darunter über hundert im Ausland, zählt, vertritt eine Haltung, die er als „liberal und undogmatisch“ bezeichnet und die auf absoluter Gewissensfreiheit, Universalismus und gegenseitiger Toleranz beruht.

Ein Gehorsam, der seinen Zusammenhalt und seine Sichtbarkeit stärken will.

Der Rat des Ordens hat Bilanz gezogen von einer als „ruhig“ und „vollständig mobilisiert“ beschriebenen Gemeinschaft, die sich für die Wahrung seiner Werte einsetzt. Zu den erklärten Prioritäten gehört die Stärkung der Verbindungen zwischen den 1.400 Logen und der nationalen Organisation, damit sich die Mitglieder, die „Brüder und Schwestern“, stärker in das gemeinsame Projekt eingebunden fühlen.

Zu diesem Zweck fördert der Grand Orient neue Kommunikations- und Schulungsinstrumente: die Entwicklung thematischer Podcasts, die Förderung des Museums und der Stiftung sowie die Erstellung eines digitalen Newsletters, der über die Ereignisse und das Leben des Ordens berichten soll.

Diese Strategie entspricht auch einem übergeordneten Wunsch: den Grand Orient in der Öffentlichkeit sichtbarer zu machen und seine Interventionsmöglichkeiten über die Logen hinaus zu erweitern.

Förderung von Werten in der Gesellschaft ohne parteipolitische Zugehörigkeit

Der Grand Orient verkündet ein Ziel, das sich in einem während der Konferenz wiederholten Satz zusammenfassen lässt: „Verändere den Einzelnen, um die Gesellschaft zu verändern.“ Die vertretene Idee ist, dass die in der Loge geleistete Reflexionsarbeit die Gesellschaft als Ganzes bereichern sollte.

Auf der Pressekonferenz am Mittwoch, dem 17. Juni, bekräftigte Pierre Bertinotti, Großmeister des Grand Orient de France, drei zentrale Prinzipien: gegenseitige Toleranz, Universalismus und absolute Gewissensfreiheit. Er betonte zudem eine Methode des Zuhörens: Innerhalb der Logen gehe es nicht darum, zu überzeugen, sondern die gemeinsame Reflexion zu bereichern und dabei die Meinungsvielfalt zu respektieren.

Für den Freimaurerorden liegt sein „Kampf“ weder in der Parteipolitik noch in der Herausgabe von Wahlanweisungen, die er nach eigenen Angaben ablehnt, sondern in der aktiven Verbreitung seiner Prinzipien in der Gesellschaft. Seine Mitglieder werden ermutigt, sich am Gemeindeleben zu beteiligen, insbesondere auf lokaler Ebene, während der Orden selbst seine Kontakte zu gewählten Amtsträgern und Entscheidungsträgern im öffentlichen Leben intensiviert, um seine Positionen zu vertreten.

Rechtsstaatlichkeit, Säkularismus und künstliche Intelligenz: klar formulierte Positionen

Die Pressekonferenz bot dem Grand Orient zudem die Gelegenheit, einige Kernpositionen darzulegen. Der Orden bekräftigte sein Bekenntnis zum Säkularismus und verteidigte dessen Verankerung in der Verfassung sowie seine Ablehnung jeglichen religiösen Einflusses auf staatliche Entscheidungen.

Als Reaktion auf aktuelle Debatten betonte sie zudem die Notwendigkeit, bürgerliche Freiheiten zu bewahren und den Gesellschaftsvertrag wiederherzustellen. Im Hinblick auf künstliche Intelligenz besteht eine der identifizierten Herausforderungen darin, in einem Kontext rasant zirkulierender Informationen Wahrheit von Falschheit zu unterscheiden.

Auf die aktuellen politischen Debatten angesprochen, erklärte Pierre Bertinotti, nationale Präferenzen seien mit der universalistischen Vision der Freimaurerei unvereinbar und widersprächen den Prinzipien des Rechtsstaats. Der Orden äußerte zudem den Wunsch, sein Image zu verbessern, insbesondere durch eine Jugendabteilung, die Kontakte zu unter 35-Jährigen knüpfen soll, während das Durchschnittsalter seiner Mitglieder derzeit auf 61 Jahre geschätzt wird.

Gemeinschaft

5 commentaires

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  1. Jacques Fernandez' Avatar

    Man sollte die Dinge beim Namen nennen, nicht Kätzchen oder Püppchen…
    Zu behaupten, nationale Präferenz sei mit einer universalistischen Vision unvereinbar, ist naiv… Klar zu sagen, dass der Rassemblement National (RN) die nationale Präferenz unterstützt und die Werte des Grand Orient de France (GODF) ablehnt, ist keine Parteipolitik! Es ist gesunder Menschenverstand, den man annehmen sollte… „Mut bedeutet, die Wahrheit zu suchen und sie auszusprechen“ (Jean Jaurès… der kein Freimaurer war…).

    1. Avatar von Jean-Luc Robert

      Ich stimme Ihnen vollkommen zu. Die Freimaurerei ist universell, und der Rassemblement National, der Erbe der Pétainisten, muss unerbittlich bekämpft werden. Man darf nicht vergessen, dass Franco nach seiner Landung in Südspanien mehrere hundert Freimaurer hinrichten ließ.

    2. Avatar von Michèle Bracco

      Gut gemacht! Ich möchte hinzufügen, dass es unlogisch erscheint, von Universalität zu sprechen und dann die Frauen im Stich zu lassen, die zu was geworden sind?

  2. Avatar von Nicolas Simonnet

    Oft wird gefragt, wo die römisch-katholische Kirche zwischen 1941 und 1945 während des nationalsozialistischen Völkermords an den Juden stand und was sie mit ihrer moralischen Autorität tat. Ihr Schweigen wird allgemein verurteilt.
    Was werden Sie in einigen Jahren tun, wenn Sie gefragt werden, wo Sie während des Völkermords an den Palästinensern im Gazastreifen und im Westjordanland waren? Was wird aus Ihrem Universalismus werden? Glauben Sie nicht, dass Ihr Schweigen verurteilt werden könnte?

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