Notre-Dame: Sieben Jahre später ist die Brandursache weiterhin ungeklärt.
Notre-Dame: Sieben Jahre später ist die Brandursache weiterhin ungeklärt.

Sieben Jahre. Im Leben einer Kathedrale ist das ein Wimpernschlag; für eine gerichtliche Untersuchung eine Ewigkeit, die schließlich ihren Tribut fordert. Seit der Nacht des 15. April 2019, als der Turm von Viollet-le-Duc einstürzte und das tausend Jahre alte Fachwerk, der „Wald“, in Flammen aufging, ist die Ursache der Katastrophe noch immer nicht endgültig geklärt.

Das Verfahren wegen „unfreiwilliger Zerstörung“ wird weiterhin von der Pariser Staatsanwaltschaft geführt. Die Ermittlungen konzentrieren sich von Beginn an auf die Hypothese eines Unfalls im Zusammenhang mit den Restaurierungsarbeiten – eine Spur, die in den Schriftsätzen regelmäßig erwähnt wird –, ohne dass zum jetzigen Zeitpunkt eine technische Erklärung gefunden wurde, insbesondere da die Beweismittel durch den Einsturz und die Verkohlung beschädigt wurden.

Eine zufällige Spur, viel Asche und wenige Gewissheiten.

Vor Ort wirkt diese Unsicherheit wie ein Luftzug im Kirchenschiff: Sie kehrt immer wieder. Experten haben die Elektroinstallation, das Gerüst und die Brandschutzeinrichtungen genauestens geprüft, doch die Möglichkeit eines Kurzschlusses, eines Elektrowerkzeugs oder eines schleichenden Dachbodenbrandes bleibt bestehen, selbst unter den anwesenden Mitarbeitern, ohne dass diese Szenarien eine rechtliche Schlussfolgerung darstellen.

Die Sicherungs- und Restaurierungsarbeiten schreiten derweil unabhängig von den Ermittlungen voran und orientieren sich an dem 2019 formulierten politischen Ziel und dem Versprechen der Wiedereröffnung 2024, begleitet von Spendenaufrufen. Der Eindruck, dass sich der Fall nur im Schneckentempo entwickelt, bleibt im Justizsystem bestehen: Die Kathedrale wird vor den Augen der Nation wiederaufgebaut, während die Wahrheit weiterhin im Dunkeln bleibt.

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