Die Wahlen rücken näher: Am 15. und 22. März finden die Kommunalwahlen statt. Wenn Sie wissen, dass Sie abwesend sein werden – sei es im Ausland, auf Geschäftsreise oder aus anderen Gründen –, ist die Stimmabgabe per Vollmacht Ihre letzte Chance, Ihr Wahlrecht auszuüben. Theoretisch scheint alles in Ordnung; in der Praxis variieren die Anmeldefristen jedoch, und oft sind es gerade diejenigen, die zu spät dran sind, die zu spät feststellen, dass die Verwaltung nicht gerade für ihre Schnelligkeit bekannt ist.
In der Praxis haben Wähler zwei Möglichkeiten. Die modernere heißt „Maprocuration“, ein Online-Dienst, mit dem man seinen Antrag einreichen kann: Man gibt die Daten des Bevollmächtigten ein (Wählerregistrierungsnummer und Geburtsdatum oder, falls diese nicht verfügbar sind, Familienstand und Wahllokal) und legt dann den gewünschten Zeitraum fest. Das Versprechen ist klar: wenige Minuten zum Ausfüllen, ein Klick zum Absenden. Doch der Prozess endet nicht auf dem Bildschirm, und genau hier werden viele überrascht.
Online-Stellvertreterabstimmung: einfach, ja… automatisch, nein
Denn dann müssen Sie Ihre Identität nachweisen. Dazu müssen Sie zur Gendarmerie, zur Polizeiwache oder – für im Ausland lebende französische Staatsbürger – zum Konsulat, um Ihren Antrag bestätigen zu lassen. Nur wer eine zertifizierte digitale Identität besitzt, kann – je nach den Umständen – auf den persönlichen Besuch verzichten. Für manche ist das eine kleine Erleichterung, für andere hingegen noch unklar. Nach erfolgreicher Verifizierung erhalten Sie eine Bestätigungs-E-Mail: eine kurze Nachricht, die aber angesichts des bevorstehenden Wahlwochenendes Gold wert ist.
Und falls Sie etwas Greifbareres bevorzugen, bleibt die altbewährte Methode eine Option: das Cerfa-Formular. Sie drucken es aus, füllen es aus und lassen es dann von denselben Stellen oder beim Gericht an Ihrem Wohn- oder Arbeitsort bestätigen. Auch hier liegt die Schwierigkeit nicht in der Unterschrift selbst, sondern in den damit verbundenen Abläufen: Die Bearbeitung durch die Gemeindeverwaltungen kann länger dauern als erwartet, und die Vollmacht kann, ähnlich wie ein zu spät abgeschickter Brief, zu spät ankommen.
Letztendlich lässt sich die Botschaft der Behörden auf eine einfache Regel reduzieren: Planen Sie im Voraus. Nicht um einer Anordnung Folge zu leisten, sondern um die Kontrolle über Ihre Stimme zu behalten, insbesondere in Zeiten, in denen Wahlenthaltung bei Kommunalwahlen weit verbreitet ist. Kommunalwahlen entscheiden über Schulen, Sicherheit, lokale Steuern und den Alltag vor Ort. Wenn Ihr Wahlzettel also ohnehin unterwegs ist, vermeiden Sie bürokratische Hürden und die Überraschung, erst im letzten Moment festzustellen, dass die Stimmabgabe per Vollmacht nicht möglich ist.