Die Zahl der als vermisst gemeldeten Kinder in Frankreich ist im Jahr 2025 stark angestiegen. Dies geht aus Zahlen hervor, die die Kinderrechtsstiftung anlässlich des Internationalen Tages der vermissten Kinder veröffentlichte. Im vergangenen Jahr wurden den Strafverfolgungsbehörden insgesamt 40.953 Fälle von Verschwinden gemeldet, das entspricht 112 vermissten Kindern pro Tag. Dieser Anstieg um 6,4 % markiert eine Trendwende nach mehreren Jahren des Rückgangs seit 2021.
Der Anstieg betrifft vor allem Ausreißer, die weiterhin über 95 % der gemeldeten Fälle ausmachen. Im Jahr 2025 wurden 38.706 Ausreißer unter Minderjährigen registriert, was einem Anstieg von 6,2 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Fast 38 % dieser Fälle betreffen Kinder unter 15 Jahren. Fachorganisationen äußern Bedenken hinsichtlich des jungen Alters der Betroffenen und der damit verbundenen Risiken von Obdachlosigkeit, Ausbeutung oder Missbrauch.
Starker Anstieg der Vermisstenfälle gibt Anlass zur Sorge
Die Zahl der als „besorgniserregend“ eingestuften Vermisstenfälle hat sich noch deutlicher erhöht. Laut Daten des Innenministeriums, die in dem Bericht zitiert werden, stieg sie innerhalb eines Jahres um 18,6 % auf 1.629 Fälle. Dabei handelt es sich um Fälle, in denen die Sicherheit oder die körperliche und seelische Unversehrtheit des Minderjährigen gefährdet zu sein scheint, insbesondere bei psychischen Problemen, Gewalt, sexueller Ausbeutung oder unzulässiger Beeinflussung.
Behörden und Verbände betonen, dass Ausreißer niemals verharmlost werden dürfen. Hinter diesen Wegläufen können familiäre Konflikte, Gewalt, Missbrauch oder schwere psychische Belastungen stecken. In diesem Zusammenhang verzeichnete die europäische Notrufnummer 116 000, die rund um die Uhr erreichbar ist, im Jahr 2025 über 49.000 Anrufe – ein Anstieg von mehr als 18 % innerhalb eines Jahres.
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