Die Pariser Staatsanwaltschaft ermittelt derzeit gegen über 100 Kinderbetreuungseinrichtungen in der Hauptstadt, nachdem es vermehrt zu Meldungen über körperlichen, psychischen und sexuellen Missbrauch in Nachmittagsprogrammen gekommen ist. Laut Staatsanwältin Laure Beccuau laufen aktuell Verfahren gegen 84 Vorschulen, rund 20 Grundschulen und etwa 10 Kindertagesstätten.
Der Fall hat in allen Pariser Bezirken ein beispielloses Ausmaß angenommen. Mehrere Jugendbetreuer wurden in den letzten Monaten bereits suspendiert oder angeklagt, nachdem Familien Beschwerden eingereicht hatten. Die Gerichte haben zudem die Einleitung mehrerer Ermittlungsverfahren und die Zustellung von Vorladungen vor das Strafgericht in bestimmten Fällen bestätigt.
Eine Krise, die in Paris eine hochpolitische Dimension angenommen hat.
Der Fall hat mittlerweile den rechtlichen Rahmen weit überschritten und löst eine schwere Krise in der Stadt Paris aus. Seit den aufeinanderfolgenden Enthüllungen um einige Kindergärten prangern Elterngruppen Mängel in den Meldeverfahren an und werfen den Einrichtungen vor, Kinder nicht ausreichend geschützt zu haben.
Angesichts des zunehmenden Drucks hat das Pariser Rathaus bereits mehrere Dutzend Mitarbeiter der Nachmittagsbetreuung suspendiert und einen umfassenden Umstrukturierungsplan für diesen Bereich angekündigt. Der neue Bürgermeister Emmanuel Grégoire versprach „absolute Transparenz“ und die Einführung neuer Kontrollverfahren, da sich diese Angelegenheit zu einem der brisantesten Themen zu Beginn seiner Amtszeit entwickelt hat.
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