Zwei junge Unternehmen aus Toulouse, Positive Aviation und Kepplair Evolution, verfolgen dasselbe Ziel: die Umrüstung der ATR 72, die üblicherweise für Regionalflüge eingesetzt wird, zu einem Löschflugzeug. Ihr Ziel ist es, ab 2029 neue Flugzeuge anzubieten, die einsatzbereit sein sollen – zu einer Zeit, in der die zunehmenden Waldbrände die europäischen Flotten stark belasten.
Beide Projekte basieren auf einem weit verbreiteten Flugzeugtyp, der für seine Robustheit und vergleichsweise geringen Wartungskosten bekannt ist. Kepplair Evolution entwickelt ein Flugzeug mit einer Kapazität von rund 7.500 Litern Wasser oder Löschmittel, während Positive Aviation eine Kapazität von fast 8.000 Litern plant. Letzteres Unternehmen arbeitet außerdem an einer Amphibienversion mit Schwimmern, die direkt auf dem Wasser betankt werden kann.
Zwei Strategien zur Behebung des Mangels an Löschflugzeugen
Positive Aviation plant, seinen Demonstrator ab 2027 zu testen, insbesondere in der Nähe von Marseille und auf dem Lac Biscarrosse. Das Unternehmen strebt die Auslieferung einer ersten landgestützten Version bereits 2028 an, gefolgt vom Amphibienmodell im Jahr 2029. Nach eigenen Angaben hat Positive Aviation bereits einen Auftrag über zehn Flugzeuge vom amerikanischen Unternehmen Bridger Aerospace erhalten und plant, ab 2030 in der Nähe von Toulouse eine Umrüstlinie mit einer Kapazität von zwölf Flugzeugen pro Jahr zu errichten.
Kepplair Evolution setzt seinerseits auf ein vielseitiges Flugzeug, das sowohl für die direkte Brandbekämpfung als auch für den Abwurf von Löschmitteln zur Eindämmung der Brandausbreitung geeignet ist. Dieser Wettbewerb zwischen den in Toulouse ansässigen Unternehmen verdeutlicht die dringende Notwendigkeit, die Luftstreitkräfte angesichts der alternden Canadair-Löschflugzeuge und der geografischen Ausbreitung von Waldbränden zu modernisieren. Beide Unternehmen müssen jedoch noch die entscheidenden Schritte der Zertifizierung, der industriellen Finanzierung und der Praxiserprobung durchlaufen, bevor sie die Katastrophenschutzbehörden überzeugen können.
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