Diesen Donnerstag, den 9. April, beginnt die Steuererklärungssaison 2026 – nach einem typisch französischen Ritual: prüfen, korrigieren, bestätigen und dann auf die endgültige Anpassung warten. Es geht dabei um Einkünfte aus dem Jahr 2025, die unter ein seit 2019 geltendes Quellensteuersystem fallen. Dieses System soll Gehaltsschwankungen und Veränderungen der familiären Verhältnisse genauer abbilden. Theoretisch sollte alles reibungsloser verlaufen. In der Praxis kann jedoch schon ein einziges Missverständnis schnell zu einer saftigen Steuernachzahlung führen.
Das Paar zum individuellen Tarif, ohne darüber nachzudenken
Für Ehepaare und eingetragene Lebenspartnerschaften gibt es in diesem Jahr eine wichtige Änderung: Ab September 2025 gilt gemäß Finanzgesetz 2024 standardmäßig der individuelle Steuersatz, sofern bei der Steuererklärung nicht ausdrücklich eine andere Methode gewählt wird. Konkret bedeutet dies, dass von jedem Partner ein Steuersatz basierend auf seinem eigenen Einkommen abgezogen wird. Die Gesamtsteuerlast des Haushalts bleibt gleich; lediglich die Aufteilung ändert sich, was bei sehr ungleichen Einkommen erhebliche Auswirkungen haben kann. Viele werden dies als Maßnahme zur Verbesserung der Transparenz sehen, während andere darin lediglich einen weiteren Mechanismus betrachten, den es zu kontrollieren gilt, da automatische Prozesse dazu verleiten können, uns in falscher Sicherheit zu wiegen.
Eine weitere, weniger auffällige, aber dennoch spürbare Änderung: Die Einkommensteuer wurde inflationsbedingt um 0,9 % angehoben. Die Steuersätze reichen nun je nach Haushaltsgröße (bestimmt durch die Zusammensetzung des Haushalts) von 0 % bis 45 %. Auch bei Kapitalerträgen verbessert sich die Lage: Die Pauschalsteuer steigt von 30 % auf 31,4 % und gilt standardmäßig für Dividenden, Zinsen und sonstige Kapitalerträge. Die Regierung begründet diese Erhöhung mit der Anhebung des allgemeinen Sozialbeitrags (CSG) ab dem 1. Januar 2026. Zwischen den Anpassungen der Steuersätze und der Kürzung der Sparbeiträge beginnt die Steuersaison – wie so oft – mit einer einfachen Erinnerung: Steuern kennen keine Pause, und ihre Entwicklung wird über mehrere Jahre festgelegt.
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