Sieben Männer müssen sich ab Montag vor dem Pariser Strafgericht wegen eines groß angelegten Betrugs im Zusammenhang mit dem Förderprogramm „MaPrimeRénov“ für energetische Sanierungen verantworten. Die Angeklagten im Alter von 27 bis 46 Jahren stehen im Verdacht, ein System eingerichtet zu haben, um mehr als eine Million Euro an öffentlichen Fördermitteln zu veruntreuen.
Den Ermittlungen zufolge sollen sie ein Netzwerk aufgebaut haben, das auf Identitätsdiebstahl und der Erstellung gefälschter Anträge basierte, um Subventionen für Energieaudits zu erhalten. Zwischen Mitte 2022 und Anfang 2023 wurden demnach fast 2.080 betrügerische Anträge gestellt, die jeweils zwischen 300 und 500 Euro einbrachten, teilweise ergänzt durch zusätzliche Arbeitskosten.
Ein System, das auf gefälschten Energieaudits basiert
Verkäufer sollen beauftragt worden sein, Personen zu kontaktieren und deren persönliche Daten zu erfassen, um in deren Namen Konten bei MaPrimeRénov anzulegen. Gefälschte Prüfberichte wurden anschließend angeblich mithilfe des Umweltlabels zweier Unternehmen validiert, die Anzeige wegen Identitätsdiebstahls erstattet haben.
Die Nationale Wohnungsbauagentur, die das Programm verwaltet, soll einen geschätzten Verlust von 1,13 Millionen Euro erlitten haben. Der Fall wird von der Europäischen Staatsanwaltschaft bearbeitet, die zuständig ist, wenn es um von der Europäischen Union kofinanzierte Gelder geht. Es handelt sich um den ersten Prozess dieser Art in Frankreich.