Am Sonntag, dem 12. April, bedauerte die Generaldirektion für öffentliche Finanzen öffentlich den Empfang, der Benjamin Brière zuteil wurde, jenem ehemaligen französischen Häftling, der 2020 im Iran verhaftet und im Mai 2023 nach fast drei Jahren hinter Gittern freigelassen wurde.
Der Mann berichtete, dass er nach seiner Rückkehr, als er versuchte, sein Leben wieder in geordnete Bahnen zu lenken, gefragt wurde, warum er sein Einkommen während seiner Haft nicht angegeben hatte. Diese Bemerkung, die im strengsten Sinne des Wortes rein bürokratisch war, löste Empörung aus: Laut seinen Angaben sagte ihm ein Beamter sogar, dass die Erklärung „im Gefängnis“ weiterhin erforderlich sei, möglicherweise über die Familie, obwohl er nur selten Kontakt zu seinen Angehörigen gehabt habe.
Wenn die Administration im automatischen Modus reagiert
Die französischen Steuerbehörden (DGFiP) räumen ein, dass der anfängliche Datenaustausch „ungewöhnlich“ und die anfängliche Bearbeitung „unangemessen“ war. Die Botschaft ist klar: Die Reaktion wird als „inakzeptabel“ eingestuft. In ihrer Mitteilung spricht die Behörde von einem „Ausnahmefall“ und gibt implizit zu, was jeder Bürger bereits weiß, aber immer wieder mit einem leichten Schaudern feststellt, wenn es ihm selbst passiert: In einer menschlichen Situation kann die Maschine wie ein Formular reagieren. Sie behauptet, dieser Vorfall stehe nicht im Einklang mit ihren „Werten“, ohne jedoch auf Details zu den Anweisungen oder internen Korrekturen einzugehen.
Die darauffolgenden Ereignisse sind beruhigender: Der Fall wurde Berichten zufolge an eine andere Abteilung übergeben, ein Termin mit dem Leiter des Finanzamts vereinbart und eine zügige Klärung eingeleitet. Benjamin Brière erwähnt auch andere Probleme, insbesondere mit France Travail (der französischen Arbeitsagentur). Er gibt an, in bestimmten Informationssystemen nicht erfasst zu sein – ein typisches Symptom für die Rückkehr ins zivile Leben und den damit verbundenen Kontakt mit Datenbanken. Eine grundlegende Frage bleibt jedoch bestehen, die selten gestellt wird, solange sie uns nicht direkt betrifft: Wenn ein französischer Staatsbürger aus einer administrativen und diplomatischen Sackgasse zurückkehrt, weiß der Staat dann tatsächlich, wie er eine Ausnahme machen kann, oder fordert er reflexartig weiterhin die fehlenden Informationen an?
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