Polizei
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Sie sollten das Gesetz schützen, aber sie haben es zynisch umgangen. Am Donnerstag, dem 27. März, erschienen ein ehemaliger Kriminalpolizist (OPJ) im Département Seine-et-Marne und sein Partner, ein Polizist am Gare du Nord, wegen eines groß angelegten Betrugs vor der 10. Kammer des Pariser Gerichts. Das Ehepaar soll durch die Vorlage falscher Bescheinigungen über die Zahlung fiktiver Dolmetscherhonorare durch das Justizministerium knapp 100 Euro zu Unrecht erbeutet haben. „Ich brauchte Geld, ich verlor den Halt“, sagt der ehemalige Kriminalpolizist, der inzwischen entlassen wurde. In der Bar gesteht er seinen Untergang: leichtes Geld, Sucht nach Prostituierten und Kryptowährungen. Die Aufdeckung des Skandals ist ebenso absurd wie die Inszenierung: Ein einfacher Sendefehler, ein falscher Klick, der im September 000 den gesamten Betrug aufdeckte.

Ein gut geöltes System zum Nachteil des Steuerzahlers

Das Paar nutzte den Verwaltungsaufwand und die schleppende Bezahlung der Übersetzer und Dolmetscher aus, die an Verzögerungen und Abrechnungsfehler gewöhnt waren. Sie nutzten diese Schlupflöcher aus, verlangten falsche Gebühren und strichen die Summen direkt in ihre eigene Tasche ein. Die Mechanik war einfach, aber effektiv. Bis zum fatalen Fehler. Die Staatsanwaltschaft betonte das Ausmaß des Schadens und der von zwei Polizisten verursachten Ehrverletzung und forderte für beide jeweils eine zweijährige Haftstrafe auf Bewährung. Das Urteil wird nun mit Spannung erwartet, denn es erinnert daran, dass niemand, insbesondere nicht diejenigen, die für Gerechtigkeit sorgen sollen, über dem Gesetz steht.