Die französische Bevölkerung wird voraussichtlich im nächsten Jahrzehnt weiter wachsen, bevor ein nachhaltiger Rückgang einsetzt. In ihren neuen demografischen Prognosen, die am Montag veröffentlicht wurden, schätzt das INSEE, dass Frankreich im Jahr 2037 maximal 69,8 Millionen Einwohner erreichen könnte, verglichen mit etwa 69,1 Millionen heute.
Gemäß dem vom statistischen Institut zugrunde gelegten zentralen Szenario würde dieses demografische Wachstum vor allem auf der Nettozuwanderung beruhen, während die natürliche Bilanz, also die Differenz zwischen Geburten und Sterbefällen, inzwischen negativ geworden ist.
Ein allmählicher Rückgang ab 2037
Nach Erreichen ihres Höchststandes wird die französische Bevölkerung voraussichtlich allmählich zurückgehen. Das INSEE schätzt, dass sie bis 2070 auf 65,9 Millionen Einwohner sinken könnte, ein Niveau, das dem Mitte der 2010er-Jahre vergleichbar ist.
Dieser Trend ist hauptsächlich auf den anhaltenden Rückgang der Geburtenrate zurückzuführen. Das Institut geht davon aus, dass die Fruchtbarkeitsrate von 1,56 Kindern pro Frau im Jahr 2025 auf 1,45 im Jahr 2028 sinken und sich anschließend in den folgenden Jahrzehnten auf diesem Niveau stabilisieren wird.
Zuwanderung, der Haupttreiber des Wachstums
In diesem Szenario bliebe die Nettozuwanderung positiv, mit jährlich rund 150.000 zusätzlichen Personen, ein Trend, der dem der letzten zehn Jahre ähnelt.
Ab Ende der 2030er Jahre würden diese Zuwächse jedoch nicht mehr ausreichen, um das natürliche Defizit auszugleichen, das durch die Alterung der Bevölkerung und den anhaltenden Rückgang der Geburtenrate entsteht.
Ein Alterungsprozess, der unausweichlich geworden ist
Während der Bevölkerungsrückgang noch eine Prognose ist, hält das INSEE die demografische Alterung für unausweichlich. Steigende Lebenserwartung und das Erreichen eines fortgeschrittenen Alters durch die geburtenstarken Jahrgänge werden die Bevölkerungsstruktur voraussichtlich grundlegend verändern.
Prognosen zufolge werden die über 65-Jährigen im Jahr 2070 fast ein Drittel der Bevölkerung ausmachen, verglichen mit etwa 22 % heute. Bis dahin wäre ihre Zahl doppelt so hoch wie die der unter 20-Jährigen.
Ein starker Anstieg der Bevölkerungsgruppe der über 80-Jährigen
Dieser Trend wird vor allem durch die steigende Zahl der über 80-Jährigen bedingt sein. Ihr Bevölkerungsanteil dürfte in den kommenden Jahrzehnten deutlich zunehmen.
Das INSEE schätzt außerdem, dass sich die Zahl der Hundertjährigen mehr als vervierfachen könnte und von heute rund 37.000 auf fast 160.000 im Jahr 2070 ansteigen würde.
Große Herausforderungen für die öffentliche Politik
Diese Prognosen verdeutlichen die Herausforderungen, denen sich Frankreich in den kommenden Jahren stellen muss. Renten, Gesundheitswesen, Langzeitpflege, Wohnungsbau und die Organisation öffentlicher Dienstleistungen werden alle direkt von diesem demografischen Wandel betroffen sein.
Für INSEE ist diese Arbeit nicht dazu gedacht, die Zukunft mit Sicherheit vorherzusagen, sondern öffentliche Entscheidungsträger über die wichtigsten Trends zu informieren, die die französische Gesellschaft in den kommenden Jahrzehnten prägen werden.
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