Die Carrefour-Gruppe hat den Verkauf all ihrer rumänischen Geschäftsbereiche an die rumänische Holdinggesellschaft Paval Holding zu einem Unternehmenswert von 823 Millionen Euro bekannt gegeben. Diese Transaktion ist ein weiterer Schritt in der Neuausrichtungsstrategie des französischen Einzelhändlers.
Carrefour Rumänien betreibt ein Netzwerk von 478 Filialen und erzielte im Jahr 2025 einen geschätzten Umsatz von 2,77 Milliarden Euro. Die Marke hat sich als wichtiger Akteur im Massenvertrieb des Landes etabliert und bietet verschiedene Formate an, die von Hypermärkten bis hin zu lokalen Supermärkten reichen.
Der Abschluss der Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der behördlichen Genehmigungen und wird voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2026 erfolgen. Bis dahin werden die Geschäftstätigkeiten normal weitergeführt.
Eine strategische Neuausrichtung
Für den CEO des Konzerns, Alexandre Bompard, ist dieser Verkauf Teil der 2025 eingeleiteten Portfolioüberprüfung. Nach dem Erwerb der Minderheitsaktionäre von Carrefour Brasilien und dem Verkauf von Carrefour Italien beabsichtigt der Konzern, seine Ressourcen auf seine drei als prioritär geltenden Märkte zu konzentrieren.
Diese Strategie zielt darauf ab, die internationale Struktur des Einzelhändlers zu vereinfachen und seine Position in seinen Kernmärkten zu stärken. Carrefour möchte seine Kapitalallokation optimieren und seine Rentabilität angesichts des zunehmenden Wettbewerbs und sich ändernder Konsumgewohnheiten verbessern.
Die Ankündigung wurde von den Finanzmärkten positiv aufgenommen, der Aktienkurs stieg im frühen Handel. Anleger sehen diese Maßnahme als Zeichen strategischer Disziplin und als Klarstellung des Tätigkeitsbereichs des Konzerns.
Mit dem Rückzug aus dem rumänischen Markt setzt Carrefour seine Neuausrichtung in Europa und Lateinamerika fort. Es bleibt abzuwarten, wie das freigesetzte Kapital reinvestiert wird und ob diese Neuausrichtung es dem Konzern ermöglicht, seine Margen und Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu festigen.