EDF warnte am Freitag, dass mehrere Kernkraftwerke aufgrund der in weiten Teilen des Landes erwarteten hohen Temperaturen bereits ab dem 16. Juni gezwungen sein könnten, ihre Leistung zu reduzieren. Der Konzern überwacht insbesondere das Kernkraftwerk Saint-Alban in der Region Isère, dessen Betrieb direkt von der Temperatur des zur Kühlung der Reaktoren verwendeten Rhônewassers abhängt.
Frankreich bereitet sich auf eine weitere Hitzewelle vor, noch vor dem offiziellen Sommerbeginn. Laut Météo-France könnten die Temperaturen in mehreren Regionen ab diesem Wochenende 35 °C übersteigen. Dieser Temperaturanstieg beeinträchtigt die Gewässer, deren Temperatur ein entscheidender Faktor für den Betrieb von Kernkraftwerken ist.
Der Klimawandel setzt die Kernkraftwerke zunehmend unter Druck.
Französische Kernkraftwerke unterliegen strengen Umweltauflagen. Wenn sich das Flusswasser zu stark erwärmt, muss EDF die Reaktorleistung mitunter reduzieren, um zu verhindern, dass Wasser in die Umwelt zurückgeleitet wird und dadurch Ökosysteme weiter geschädigt werden. Die Rhône ist besonders betroffen, da sich mehrere Kernkraftwerke an ihrem Verlauf befinden.
Zum jetzigen Zeitpunkt rechnet EDF nicht mit größeren Auswirkungen auf die Stromversorgung des Landes. Der Konzern wird seine Prognosen voraussichtlich am Montag aktualisieren, bevor er mögliche Einschränkungen bestätigt oder dementiert. Obwohl die Folgen auf nationaler Ebene vorerst begrenzt sind, dürfte dieses Phänomen wiederkehren. EDF schätzt, dass diese Umweltauflagen die jährliche Produktion derzeit um etwa 0,3 % reduzieren. Dieser Verlust könnte sich jedoch bis 2035 aufgrund des Klimawandels und der zunehmenden Häufigkeit extremer Hitzewellen fast verfünffachen.
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