Atlantik – Makrelenpreise brechen ein, französische Fischer in Notlage
Atlantik – Makrelenpreise brechen ein, französische Fischer in Notlage

Es ist eine erschreckende Zahl. Zwischen 2025 und 2026 verlor Frankreich 70 % seiner Fangquote für Makrelen im Nordostatlantik. Die genehmigte Gesamtfangmenge sank von rund 16.000 Tonnen auf nur noch 2.400 Tonnen. In der Fischereiindustrie herrscht Einigkeit darüber, dass die Lage katastrophal ist.

Diese Entscheidung wurde Ende Dezember in Brüssel von der Europäischen Kommission gebilligt. Sie betrifft alle Mitgliedstaaten der Europäischen Union und basiert auf im Herbst veröffentlichten wissenschaftlichen Gutachten, die vor der chronischen Übernutzung der Art warnten.

Die Makrelenbestände sind seit Jahren überfischt. Die Fangquoten waren bereits 2024 um 22 % und 2025 um 33 % reduziert worden. Die neue, deutlich drastischere Kürzung war zwar erwartet worden, ihre Plötzlichkeit überrascht jedoch.

Eine gefährdete Art, eine bedrohte Industrie

Die Nordostatlantische Makrele ist ein wichtiger Fisch für viele französische Fischereiflotten, insbesondere in der Normandie und der Bretagne. Sie ist leicht zu erkennen und war einst in großer Zahl vorhanden; heute ist sie eine wirtschaftliche Lebensgrundlage für Küstenfischer und Stellnetzfischer.

Die Quotenreduzierung soll dem Bestand eine Erholung ermöglichen. Wissenschaftler gehen davon aus, dass die reproduktive Biomasse unter kritische Schwellenwerte gesunken ist. Ohne eine drastische Reduzierung der Fangmengen bestünde die reale Gefahr eines dauerhaften Zusammenbruchs.

Für die Fischer ist die Situation paradox. Zwar wird die Notwendigkeit des Ressourcenschutzes anerkannt, doch der Übergang dürfte schmerzhaft werden. Ein so drastischer Rückgang der genehmigten Fangmengen bedeutet weniger gewinnbringende Fahrten, geringere Einnahmen und für manche Fischereibetriebe die Frage nach ihrer wirtschaftlichen Überlebensfähigkeit.

Fachleute kritisieren zudem die anhaltenden internationalen Meinungsverschiedenheiten über das Bestandsmanagement, insbesondere mit Nicht-EU-Ländern, die ebenfalls auf diese Wanderfischart fischen.

Ein Symbol für die Spannungen im Zusammenhang mit Meeresressourcen

Der Fall der Makrele verdeutlicht exemplarisch die zunehmenden Spannungen im Zusammenhang mit den Fischereiressourcen. Durch den Fischereidruck, den Klimawandel und die Nordwanderung der Bestände gerät das Gleichgewicht immer mehr ins Wanken.

Kurzfristig müssen sich die französischen Fischer anpassen, ihre Fangmethoden diversifizieren oder ihre Fangaktivitäten reduzieren. Längerfristig bleibt die Herausforderung dieselbe: den Bestand wiederherzustellen, um zu verhindern, dass dieser charakteristische Fisch der Atlantikküste selten oder gar unerreichbar wird. Das Überleben der Art und das der Fischer sind eng miteinander verknüpft. Ohne Fische kein Fischfang. Doch ohne nachhaltige Fischerei wird es auch keine Fische mehr geben.