André Cerdini, der Richter, der den Barbie-Prozess mit fester Hand leitete, ist im Alter von 96 Jahren gestorben.
André Cerdini, der Richter, der den Barbie-Prozess mit fester Hand leitete, ist im Alter von 96 Jahren gestorben.

In den stillen Gängen der Justiz werden manche Namen untrennbar mit einem Datum, einem Ort, einer Stille verbunden. André Cerdini ist einer von ihnen. Der Richter, der 1987 im Prozess gegen Klaus Barbie vor dem Schwurgericht Rhône in Lyon den Vorsitz führte, starb im Alter von 96 Jahren, wie ein Richter mitteilte, der damals im Gerichtssaal saß.

Jean-Olivier Viout, damals stellvertretender Staatsanwalt, bestätigte den Tod eines Mannes, der am Montag verstorben war, und würdigte ihn als „großen Humanisten“. Er betonte, wie Cerdini die hochbrisanten Verhandlungen mit „Sensibilität gegenüber den Opfern“ geführt habe, was, so Viout, „zur Ruhe im Barbie-Prozess beigetragen“ habe. Diese Aussage erscheint angesichts der damaligen Zeit, der symbolischen Bedeutung und der schmerzhaften Zeugenaussagen durchaus glaubwürdig; sie hätten den Gerichtssaal leicht in Aufruhr versetzen können.

In Lyon: acht Wochen Anhörungen und ein Justizsystem, das sich der Geschichte direkt stellt

In Lyon: Acht Wochen Verhandlung und ein Justizsystem, das sich der Geschichte stellt. Juli 1987: Frankreich stellt Klaus Barbie, den ehemaligen Chef der Gestapo in Lyon, den „Schlächter von Lyon“, vor Gericht. In einem Gerichtssaal, der für Hunderte von Menschen ausgelegt ist, unter den wachsamen Augen von Kameras und der internationalen Presse, wird der 73-jährige Angeklagte wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu lebenslanger Haft verurteilt. Die Fakten selbst würden jeden Gerichtssaal erschüttern: die Deportation Hunderter Juden, die Deportation der 44 Kinder von Izieu am 6. April 1944 und fast 90 Überlebende, die vor ihm aussagten, was sie gesehen, verloren und begraben hatten.

Dieser Prozess setzte auch rechtliche Maßstäbe und präzisierte den Anwendungsbereich eines Konzepts, das seit dem Gesetz vom 26. Dezember 1964 nicht mehr verjährbar ist. Cerdini war nicht der Held einer Geschichte, sondern lediglich der Garant eines gehaltenen Versprechens und eines Rahmens, was manchmal bedeutet, mehr Gewicht zu haben, als die Robe vermuten lässt… und uns daran erinnert, dass eine Demokratie auch daran gemessen wird, wie sie über ihre Schattenseiten urteilt.

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