Es war einer der am meisten erwarteten Starts des Herbstes auf Disney+. Mit einer Besetzung um Kim Kardashian, Glenn Close, Naomi Watts, Sarah Paulson und Niecy Nash-Betts schien Ryan Murphys „All’s Fair“ alle Zutaten für einen Erfolg zu haben. Doch die ersten drei Folgen, die am Dienstag, dem 4. November, veröffentlicht wurden, lösten eine Welle der Kritik aus, die eine aufwendige, aber inhaltsleere Produktion anprangerte.
Eine Blockbuster-Produktion, die mehr durch ihre Optik als durch ihren Inhalt beeindruckt.
Die Serie, die am 21. Oktober in Paris vorgestellt wurde, brachte ihre Stars zu einer Pressekonferenz zusammen, auf der sie allesamt die „Energie“ von Ryan Murphy lobten, der für seine Erfolgsserien wie „Glee“ und „American Horror Story“ bekannt ist. Glenn Close, die als Einzige der Gruppe noch nie mit ihm zusammengearbeitet hatte, erzählte Puremédias, dass sie sich am Set „eingeschüchtert“ gefühlt habe, lobte aber gleichzeitig einen „talentierten“ Regisseur, der in der Lage sei, „die Grenzen“ seiner Schauspielerinnen zu erweitern.
Doch die Begeisterung des Teams scheint die Kritiker nicht überzeugt zu haben. Laut „The Guardian“, der der Serie „null von fünf Sternen“ vergab, „kann nicht einmal Glenn Close dieses Desaster aus Drehbuch und Regie retten“. Die „Times“ bezeichnet sie ihrerseits als „wahrscheinlich die schlechteste Fernsehserie der jüngeren Geschichte“, während „Variety“ die Serie als „ungeschickt und herablassend“ beurteilt, insbesondere in ihrem Versuch, eine feministische Botschaft zu verteidigen.
Leere Dialoge, versteckt hinter einem Schleier des Luxus
Die Serie begleitet ein Team von Scheidungsanwältinnen, die eine männerdominierte Kanzlei verlassen, um sich selbstständig zu machen. Im Mittelpunkt stehen Verrat, Geheimnisse und Liebesverwicklungen – alles vor dem Hintergrund von Chanel-Taschen und gläsernen Bürowänden. Trotz vielversprechender Prämisse langweilten die flachen Dialoge und konstruierten Situationen die Zuschauer schnell.
Für viele wirkt „All’s Fair“ eher wie eine Seifenoper als eine Gesellschaftssatire. „Eine Telenovela mit einem Hauch von Dior“, fasst ein Journalist der HuffPost zusammen. Rotten Tomatoes vergibt der Serie sogar eine seltene 0%-Wertung – ein Zeichen nahezu einhelliger Ablehnung seitens der Kritiker.
Einige Internetnutzer verteidigen die Serie jedoch wegen ihres „ungenierten Bling-Bling“ und ihres „heimlichen Vergnügens“. Auf X sind mehrere Fans der Meinung, man solle sie „einfach als glamouröse Unterhaltung genießen, ohne nach einer tieferen Botschaft zu suchen“. Trotzdem versprach „All’s Fair“ mit seiner Starbesetzung und Ryan Murphys Ruf eine Auseinandersetzung mit Macht und Frauen – und liefert bisher nur eine schillernde Fassade ohne wirkliche Substanz.