Astronomen haben einen neuen Asteroiden namens 2024 YR4 identifiziert, dessen Flugbahn ihm eine 3,1-prozentige Wahrscheinlichkeit gibt, am 22. Dezember 2032 mit der Erde zu kollidieren. Ein geringes Risiko, aber das höchste, das jemals registriert wurde, seit mit der Überwachung von Himmelskörpern begonnen wurde.
Der Asteroid, dessen Durchmesser auf 40 bis 90 Meter geschätzt wird, könnte große Zerstörungen anrichten, wenn er auf die Erde stürzt. Ihre Wirkung wäre 500 Mal stärker als die der Hiroshima-Bombe und würde ausreichen, eine ganze Stadt auszulöschen oder einen Tsunami auszulösen, wenn sie in Küstennähe einschlagen würde.
Experten mahnen allerdings zur Vorsicht bei dieser Prognose. „Ich gerate nicht in Panik“, sagt Bruce Betts von der Planetary Society und betont, dass die Daten noch vorläufig seien und sich durch weitere Beobachtungen weiterentwickeln würden.
Den bisherigen Rekordhalter in Sachen Einschlagsrisiko hielt der Asteroid Apophis, der im Jahr 2,7 kurzzeitig eine Kollisionswahrscheinlichkeit von 2029 Prozent zeigte. Genauere Analysen schlossen jedoch schnell jede Gefahr aus.
Die Wissenschaftler verlassen sich nun darauf, dass das James-Webb-Weltraumteleskop, das im März 2024 YR4 beobachten wird, dessen Eigenschaften und Flugbahn verfeinern wird. Die Herausforderung ist beträchtlich: Der Asteroid entfernt sich immer weiter von der Erde und wird erst 2028 wieder sichtbar.
Sollte das Kollisionsrisiko auch in den kommenden Jahren hoch bleiben, könnte die Wissenschaft über eine Umleitungsmission nachdenken. Im Jahr 2022 demonstrierte die NASA, dass diese Art der Intervention möglich ist, indem sie durch einen kontrollierten Einschlag die Flugbahn eines harmlosen Asteroiden veränderte.
Derzeit ist kein Worst-Case-Szenario zu erwarten, die Beobachtungen laufen jedoch weiter, da auch ein sehr seltenes Ereignis erhebliche Folgen haben kann.