In Mérignac erzeugt der Airbus „Zero G“ Schwerelosigkeit in 22 Sekunden.
In Mérignac erzeugt der Airbus „Zero G“ Schwerelosigkeit in 22 Sekunden.

Ein Airbus A310 der besonderen Art hob am Mittwoch, dem 18. März, ab – mit einem simplen und fast surrealen Versprechen: menschliche Körper, Stifte und Wassertropfen schweben zu lassen. Das von Novespace, einer Tochtergesellschaft von CNES, betriebene „Zero G“-Flugzeug absolviert eine Reihe steiler Steig- und Sinkflüge, vergleichbar mit einer extremen Achterbahnfahrt für Erwachsene.

In einer Höhe von etwa 7.500 Metern führt das Gerät Parabelflüge durch, die eine Mikrogravitation erzeugen, die mit der der Internationalen Raumstation vergleichbar ist, jedoch in einer blitzschnellen Version: ein paar Dutzend Sekunden, dann die Rückkehr des Gewichts, abrupt und ohne Poesie.

Einunddreißig kontrollierte Stürze, und die Wissenschaft erobern die Luft

Für diesen Flug standen 7 Parabelflüge auf dem Programm, deren Ablauf mittlerweile feststeht: Rund 22 Sekunden schweben die Passagiere, bevor sie abrupt durch die Schwerkraft wieder auf den Boden zurückkehren. In der Kabine ist der Effekt spektakulär, weil er so kurz und beinahe unberechenbar ist; man erlebt den Wechsel von völliger Schwerelosigkeit zurück zur Schwerkraft in einem Augenblick. Novespace präsentiert diese Flüge als die weltweit einzigen, die in diesem Umfang durchgeführt werden, und das Erlebnis ist nicht nur Medizinern vorbehalten: Auch Privatpersonen können – vorbehaltlich medizinischer und aufsichtsrechtlicher Auflagen – für 500 € mitfliegen.

Täglich füllen Forscher das Flugzeug, und dieser Flug beförderte etwa dreißig Wissenschaftler, die Physik- und Physiologieexperimente durchführten oder Ausrüstung für bemannte Missionen testeten. Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) betont den Wert dieser Flüge, um sich mit den realen Auswirkungen der Schwerelosigkeit vertraut zu machen: Desorientierung, ungeschickte Bewegungen und die Notwendigkeit, dass sich der Körper neu anpasst. Auch europäische Astronauten durchlaufen diese Erfahrungen, wie beispielsweise Sophie Adenot im Rahmen ihrer Grundausbildung, die in die Fußstapfen von Thomas Pesquet tritt. Wie Yannick Bailhé, Ingenieur bei Novespace, betont, geht es dabei jedoch primär um „Entdeckung“ und „Bewusstsein“ und weniger um operatives Training – eine irdische Vorahnung einer Zukunft, die sich weit jenseits der Wolken entfalten wird.

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