MENSCHEN Skandale und Rechtsfälle

Die ehemalige Reality-TV-Teilnehmerin Aurélie Preston muss wegen eines Wohnungseinbruchs mit einer 20-jährigen Haftstrafe rechnen.

Die ehemalige Reality-TV-Teilnehmerin Aurélie Preston muss wegen eines Wohnungseinbruchs mit einer 20-jährigen Haftstrafe rechnen.
Die ehemalige Reality-TV-Teilnehmerin Aurélie Preston muss wegen eines Wohnungseinbruchs mit einer 20-jährigen Haftstrafe rechnen.

Aurélie Preston, ehemalige Kandidatin von Marseille, Reality-TV-Engel und Die Villa der strahlenden HerzenSie wurde zusammen mit vier anderen Personen vor dem Schwurgericht in Yvelines angeklagt. Die 35-jährige Influencerin steht im Verdacht, an der Planung eines Einbruchs in ein Haus in Versailles im Juni 2024 beteiligt gewesen zu sein. Sie bestreitet jegliche Beteiligung, und ihr Anwalt hat angekündigt, dass sie Berufung gegen das Urteil einlegt.  

Gefesselt, geknebelt und in seinem Haus geschlagen

Der Vorfall ereignete sich am 25. Juni 2024 gegen 7:45 Uhr in der Rue Madame, unweit des Schlosses von Versailles. Drei Männer, bewaffnet mit Nachbildungen von Pistolen und Elektroschockern, drangen gewaltsam in die Wohnung des Bruders von Aurélie Prestons ehemaligem Partner ein.

Das Opfer wurde gefesselt, geknebelt und anschließend brutal zusammengeschlagen. Seine Angreifer wollten wissen, wo Schmuck, Uhren und andere Wertgegenstände in der Wohnung versteckt waren. Angeblich besaßen sie genaue Informationen über die Familie und erwähnten sogar den Mädchennamen der Mutter des Opfers, die ebenfalls in dem Gebäude wohnte.

Nachdem er das Bewusstsein verloren hatte, nutzte der Mann einen Moment der Unaufmerksamkeit seiner Angreifer. Er flüchtete durch ein Fenster seiner Wohnung im fünften Stock und rannte auf die Dächer. Nachbarn fanden ihn schließlich und brachten ihn in Sicherheit.  

Es wurden zwei Rolex-Uhren gestohlen, eine davon hatte einen geschätzten Wert von 110.000 Euro.

Die drei Männer flüchteten, nachdem sie die Wohnung verwüstet hatten. Sie stahlen unter anderem zwei Rolex-Uhren, die dem Opfer und seinem Bruder gehörten. Eine davon hatte einen Wert von 110.000 €.

Die Ermittler vermuteten schnell, dass die Täter die falsche Wohnung im Visier hatten. Ihr eigentliches Ziel war vermutlich der Bruder des Opfers, Aurélie Prestons Ex-Partner. Dieser gab gegenüber der Polizei an, er habe sich mehrere Monate lang mit der Influencerin gestritten, insbesondere wegen Geld und Luxusuhren, die sie während ihrer Beziehung angeschafft hatten.

Der Mann gab an, sich von seiner Ex-Partnerin verfolgt zu fühlen, die seiner Aussage nach versuchte, einige ihrer persönlichen Gegenstände zurückzuerlangen. Ein Bekannter des Paares bestätigte zudem, dass Aurélie Preston und ihr neuer Partner besonders an diesen Uhren interessiert waren.

Ein mysteriöser Anruf von einem falschen Floristen

Mehrere Details haben die Aufmerksamkeit der Ermittler auf sich gezogen. Aurélie Preston und ihr damaliger Partner sollen vor dem Anschlag nach Versailles gereist sein und das Gebäude, in dem die Familienmitglieder lebten, ausgekundschaftet haben.

Die Ermittlungen konzentrierten sich auch auf einen Anruf bei der Mutter des Opfers. Der Anrufer gab sich als Florist aus, der einen Blumenstrauß auslieferte. Unter diesem Vorwand soll er die genaue Adresse der Familie erlangt haben.

Am Morgen des Einbruchs soll einer der drei Männer mit Blumen am Gebäude erschienen sein. Diese Taktik soll es der Gruppe ermöglicht haben, sich dem Gebäude zu nähern, ohne sofort Verdacht zu erregen.  

Aurélie Preston gibt zu, nach der Adresse gesucht zu haben.

Aurélie Preston räumt ein, versucht zu haben, die Adresse ihres Ex-Partners herauszufinden. Sie beteuert jedoch, dass sie lediglich rechtliche Schritte einleiten wollte, um Eigentum zurückzuerhalten oder den Streit beizulegen.

Die ehemalige Reality-TV-Teilnehmerin bestreitet, den Angriff organisiert oder in Auftrag gegeben zu haben. Sie brachte auch die Möglichkeit ins Spiel, dass ihr damaliger Partner die Tat ohne ihr Wissen geplant haben könnte. Er weist diese Version zurück und bestreitet, auf eigene Faust gehandelt zu haben.

Ein Mann, der im Verdacht steht, an dem Überfall beteiligt gewesen zu sein, gab zu, die Wohnung betreten zu haben. Er erklärte, ihm sei eine „große Beute, Gold und viel Bargeld“ versprochen worden. Er weigerte sich jedoch Berichten zufolge, den Auftraggeber des Überfalls zu nennen.

Vier weitere Verdächtige wurden vor Gericht gestellt.

Der Untersuchungsrichter hat entschieden, Aurélie Preston und vier mutmaßliche Komplizen vor dem Schwurgericht anzuklagen. Die Anklagepunkte gegen die Influencerin lauten unter anderem Beihilfe zu schwerem Raub, Entführung und krimineller Verschwörung.

Diese Entscheidung bedeutet nicht, dass sie für schuldig befunden wurde. Ihre Verantwortung muss vom Strafrechtssystem geprüft werden, vorausgesetzt, die Untersuchungshaftanordnung wird nach der von ihrer Verteidigung eingelegten Berufung bestätigt.

Ihre Anwältin beteuert, dass Aurélie Preston weder an dem Angriff noch an dessen Planung beteiligt war. Die Influencerin genießt bis zu einer möglichen rechtskräftigen Verurteilung die Unschuldsvermutung.

Eine Freiheitsstrafe von bis zu zwanzig Jahren

Sollte ihre Überweisung an das Assisengericht bestätigt werden und sie der gegen sie erhobenen Anklagepunkte für schuldig befunden werden, drohen Aurélie Preston bis zu zwanzig Jahre Gefängnis.

Ein Verhandlungstermin wurde noch nicht bekannt gegeben. Im Rahmen des von ihrer Verteidigung eingeleiteten Berufungsverfahrens muss zunächst geklärt werden, ob die ehemalige Reality-TV-Teilnehmerin tatsächlich vor dem Assisengericht in Yvelines erscheinen wird.  

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