Karmine Corp wurde erneut von einem schweren Schlag erschüttert. Amine „Prime“ Mekri, einer der Mitbegründer des E-Sport-Clubs, hat nach schwerwiegenden Anschuldigungen des Magazins XXI seinen Rücktritt bekannt gegeben. Ehemalige Mitarbeiter berichten von unangemessenem Verhalten, unrechtmäßigen Entlassungen und sogar einem Fall von sexueller Erpressung.
Die Anschuldigungen, die den französischen E-Sport erschüttern
Die am Freitag veröffentlichte Recherche des Magazins XXI wirft Licht auf ein angeblich im November 2024 stattgefundenes „geheimes“ Treffen. Kamel „Kameto“ Kebir, der zweite Mitgründer von Prime, traf sich demnach mit mehreren ehemaligen Mitarbeitern, um deren Aussagen zu sammeln. Zu den geäußerten Beschwerden zählten ausstehende Löhne, ungerechtfertigte Entlassungen und vor allem „unangemessenes Verhalten“, darunter mutmaßliche sexuelle Erpressung.
Eine der betroffenen Frauen schilderte die Situation auf Instagram und warf Prime Belästigung vor. Der Artikel erwähnt auch den tragischen Fall eines ehemaligen Mitarbeiters, der sich aufgrund von Schulden das Leben nahm. Obwohl sein Tod nicht direkt mit Prime in Verbindung steht, glaubt seine Mutter, dass seine Geschäfte mit Karmine Corp ihm den Weg zu dieser unwiderruflichen Tat geebnet haben.
Die Kaskadenreaktion
Angesichts des Mediensturms veröffentlichte Prime am Freitagabend eine Stellungnahme auf seinen Social-Media-Kanälen. Er behauptet, die gegen ihn erhobenen Vorwürfe erst heute erfahren zu haben und bezeichnet sie als völlig falsch und seinen Werten zuwiderlaufend. Trotz seiner Dementis kündigte er an, sich von Karmine Corp zurückzuziehen, bis die Angelegenheit vollständig aufgeklärt sei.
Wenige Minuten später veröffentlichte Karmine Corp eine eigene Stellungnahme, in der klargestellt wurde, dass „die im Artikel erwähnten Personen keine Mitarbeiter von Karmine Corp sind“ und dass „das Unternehmen nicht in die genannten Gerichtsverfahren involviert war“. Dieser Versuch, sich zu distanzieren, dürfte den Zorn der Fans, von denen viele in den sozialen Medien Antworten fordern, kaum besänftigen. Es ist ein weiterer Beweis dafür, dass der Verein trotz seiner Erfolge im E-Sport in schwierigen Gewässern steckt.