Patrick Bruel wird mittlerweile von fast 30 Frauen der sexuellen und geschlechtsspezifischen Gewalt beschuldigt. Mehrere Zeugenaussagen enthalten Anschuldigungen wegen Vergewaltigung. Der Fall, der im Frühjahr 2026 öffentlich wurde, hat sich durch neue Zeugenaussagen, die verschiedene Zeiträume, Orte und Kontexte abdecken, ausgeweitet.
Anschuldigungen, die sich über fast drei Jahrzehnte erstrecken
Die mutmaßlichen Vorfälle ereigneten sich zwischen 1991 und 2019. Die veröffentlichten Zeugenaussagen beschreiben Situationen, die sich am Rande von Konzerten, Filmdrehs, beruflichen Treffen, Festivals und sogar Massagen ereigneten. Am 7. Mai wurden dem Fall 15 neue Zeugenaussagen hinzugefügt, nachdem bereits 14 Frauen ausgesagt hatten. Eine dieser Aussagen betrifft eine Frau, die angibt, als Minderjährige vergewaltigt worden zu sein.
Drei gerichtliche Ermittlungen eingeleitet
Gegen die Sängerin laufen drei Ermittlungsverfahren: eines in Paris wegen versuchter Vergewaltigung und sexueller Nötigung, eines in Saint-Malo wegen Vergewaltigung und eines in Belgien aufgrund einer Anzeige wegen sexueller Nötigung. Die Pariser Ermittlungen gehen auf eine Anzeige von Daniela Elstner, der derzeitigen Geschäftsführerin von Unifrance, vom 12. März zurück. Darin geht es um mutmaßliche Vorfälle aus dem Jahr 1997.
Daniela Elstner bestätigt ihre Anschuldigungen.
Daniela Elstner wurde im Rahmen der in Paris eingeleiteten Ermittlungen von der Kriminalpolizei vernommen. Sie wirft Patrick Bruel vor, sie 1997 am Rande des französischen Filmfestivals von Acapulco sexuell genötigt zu haben, während sie für Unifrance arbeitete. Die Vernehmung dient der Überprüfung ihrer Anschuldigungen.
Saint-Malo, Brüssel: zwei weitere Gerichtsverfahren
In Saint-Malo geht es in den Ermittlungen um eine Anzeige, die im September 2024 von einer Frau erstattet wurde. Sie beschuldigt Patrick Bruel einer mutmaßlichen Vergewaltigung im Oktober 2012 am Rande des Dinard British Film Festival. In Belgien konzentrieren sich weitere Ermittlungen auf mutmaßliche Vorfälle aus dem Jahr 2010, die auf eine Anzeige eines Pressesprechers des RTBF zurückgehen.
Die Zeugenaussagen häufen sich.
Die Zeugenaussagen beschreiben wiederkehrende Verhaltensweisen: aufdringliche Gesten, nicht einvernehmliche sexuelle Handlungen, als aggressiv empfundene körperliche Berührungen, wiederholte Annäherungsversuche oder schwerwiegendere Taten, die von einigen Frauen als Vergewaltigung beschrieben werden. Die Kontexte variieren, doch mehrere Berichte verorten die mutmaßlichen Ereignisse in einem beruflichen oder semiprofessionellen Umfeld, in dem die Machtdynamik von Bekanntheit und Einfluss eine zentrale Rolle spielte.
Patrick Bruel bestreitet die Vorwürfe
Patrick Bruel weist über seine Anwälte jegliche Gewalt- oder Nötigungsvorwürfe zurück. Seine Verteidigung beteuert, er habe niemals eine Ablehnung ignoriert oder zu sexuellen Handlungen gezwungen. Die Anwälte des Sängers räumen ein, dass er in der Vergangenheit möglicherweise versucht habe, Frauen zu verführen oder eine intime Beziehung anzubahnen, weisen die Vorwürfe der Gewaltanwendung jedoch entschieden zurück.