„Babar“, „Es war verboten, mit ihm allein zu sein“ … Patrick Bruel: Neue, belastende Zeugenaussagen
„Babar“, „Es war verboten, mit ihm allein zu sein“ … Patrick Bruel: Neue, belastende Zeugenaussagen

Ehemalige Freiwillige, Angestellte, Techniker und Fernsehfachleute behaupten, dass Patrick Bruels Verhalten gegenüber Frauen über mehrere Jahre hinweg wiederholt verwarnt worden sei. Einige geben sogar an, dass ihm Anweisungen erteilt wurden, ihn daran zu hindern, mit jungen Frauen allein zu sein.

Patrick Bruel ist Gegenstand neuer Zeugenaussagen, die sein Verhalten gegenüber Frauen in verschiedenen beruflichen Umfeldern, insbesondere hinter den Kulissen von Shows, Fernsehprogrammen und den Enfoirés, in Frage stellen.

Mehrere Personen beschreiben ihn als eine bekannte Persönlichkeit in Künstler- und Medienkreisen. Sie behaupten, dass informelle Warnungen kursierten und einige Teams während der Anwesenheit des Sängers besondere Vorsichtsmaßnahmen trafen.

Diese Zeugenaussagen ergänzen mehrere Anzeigen, die in Frankreich und Belgien wegen mutmaßlicher Vergewaltigung und sexueller Nötigung erstattet wurden. Patrick Bruel hat die gegen ihn erhobenen Vorwürfe stets zurückgewiesen.

Richtlinien zur Vermeidung von Eins-zu-eins-Situationen

Ehemalige Freiwillige, Angestellte und Techniker, die im Umfeld von Les Enfoirés gearbeitet haben, behaupten, dass Patrick Bruels Verhalten gegenüber Frauen regelmäßig hinter den Kulissen besprochen wurde.

Laut ihren Angaben hatten einige Teams Richtlinien eingeführt, um zu verhindern, dass er mit jungen Frauen allein war. Diese Vorsichtsmaßnahmen betrafen demnach abgeschiedene Räume, Garderoben, Reisen und Wartezeiten zwischen Proben und Dreharbeiten.

Ein ehemaliger Lehrer aus der Star AcademyDie Frau, die anonym bleiben möchte, behauptet, der Sänger sei in der Branche ein bekannter Name gewesen. Sie erklärt, sie sei ihm während der Dreharbeiten mehrmals begegnet und beteuert, es sei nie ihre Absicht gewesen, mit ihm allein in einem Aufzug zu sein.

„Es ist strengstens verboten, Nina mit ihm allein zu lassen.“

Sängerin Nina Goern, ehemalige Trainerin von The Voice Eine Belgierin behauptet, dass 2015 während einer Fernsehsendung mit Patrick Bruel in ihrem beruflichen Umfeld eine Warnung kursierte. Die Botschaft sei unmissverständlich gewesen: Sie solle nicht allein mit dem Sänger sein. Dieser Bericht deckt sich mit den Schilderungen anderer Branchenvertreter, die von diskreten, oft mündlichen Warnungen berichten, ohne offizielle Verfahren oder öffentliche Bekanntmachung.

Ein Journalist wirft der Sängerin eine unangebrachte Geste vor.

Eine weitere Frau berichtet, wie sie im Alter von 24 Jahren, als sie für eine überregionale Zeitung arbeitete, Opfer einer unangemessenen Geste wurde. Sie gibt an, dass Patrick Bruel ihr beim Fotografieren angeblich die Hand an die Taille geschoben und ihr dann ans Gesäß gefasst habe. Die junge Frau sagt, sie sei zutiefst betroffen gewesen, weil die mutmaßliche Geste in der Öffentlichkeit stattfand. In ihrer Aussage beschreibt sie ein Gefühl der Straflosigkeit und die daraus resultierende Frage: Wenn solches Verhalten in der Öffentlichkeit geschehen kann, was mag dann erst im Privaten passieren?

Warnungen, die angeblich seit den 1990er Jahren kursieren

Mehreren Berichten zufolge sind die Warnungen vor Patrick Bruel nicht neu. Sie kursierten angeblich schon in den 1990er-Jahren in der Musik-, Fernseh-, Medien- und Benefizkonzertszene. Derbe Spitznamen wie „Babar“ wurden angeblich in bestimmten Künstlerkreisen verwendet, um auf sein vermeintliches Verhalten und seine vermeintliche Neigung zur Selbstentblößung anzuspielen.

In Frankreich und Belgien wurden rund zehn Beschwerden eingereicht.

Berichten zufolge wurden in Frankreich und Belgien rund zehn Anzeigen gegen Patrick Bruel erstattet. Sie betreffen Vorwürfe der Vergewaltigung, der sexuellen Nötigung und des sexuellen Missbrauchs. Im Jahr 2020 wurden mehrere Ermittlungen im sogenannten „Masseurinnen-Fall“ eingestellt. Die Staatsanwaltschaft Nanterre hat inzwischen einige dieser Fälle wieder aufgenommen. Die Wiederaufnahme eines Ermittlungsverfahrens bedeutet nicht automatisch Schuld. Sie ermöglicht es den Ermittlern, die Fakten erneut zu prüfen, neue Beweise zu verifizieren und weitere Zeugen zu befragen.