Die französischen Ermittlungen gegen Jeffrey Epstein gewinnen an Fahrt. Sie war am vergangenen Sonntag zu Gast in der Sendung Die Große Jury Im Radiosender RTL gab die Pariser Staatsanwältin Laure Beccuau bekannt, dass sich kürzlich etwa zehn weitere mutmaßliche Opfer bei der Pariser Staatsanwaltschaft gemeldet haben. Damit erhöht sich die Gesamtzahl der Personen, die sich in diesem Teil des Falles an die französische Justiz gewandt haben, auf rund 20.
Es wurden Ermittlungen wegen Menschenhandels eingeleitet.
Diese französische Untersuchung wegen Menschenhandels wurde eingeleitet, nachdem US-Behörden zahlreiche Dokumente im Zusammenhang mit dem Fall Jeffrey Epstein veröffentlicht hatten. Das Ziel der Ermittler ist klar: Sie wollen feststellen, ob Mittelsmänner, Komplizen oder Kontakte von Frankreich aus oder mit Verbindungen nach Frankreich aus agierten, um die Aktivitäten des 2019 verstorbenen amerikanischen Finanziers zu ermöglichen.
Die Anhörungen dauern noch an.
Das Verfahren befindet sich derzeit noch in der Anhörungs- und Überprüfungsphase. Laure Beccuau erklärte, die Ermittler würden zunächst Aussagen von mutmaßlichen Opfern sammeln, bevor sie gegebenenfalls Personen befragen, die in den Fall verwickelt sein könnten. Laut Staatsanwältin wurde bisher noch keine dieser Personen befragt. Einige der identifizierten Personen waren bereits aus anderen Fällen bekannt, insbesondere aus den Fällen um Jean-Luc Brunel und Gérald Marie. Andere hingegen meldeten sich Berichten zufolge erstmals nach Beginn der Anfang des Jahres eingeleiteten Vorermittlungen.
Ein gewaltiges Unterfangen, das die Epstein-Archive einbezieht
Die Ermittlungen stützen sich auch auf die Analyse einer beträchtlichen Datenmenge. Laure Beccuau erwähnte mehr als 1,5 Millionen Dateien aus dem Epstein-Archiv, die derzeit von den Ermittlern ausgewertet werden. Diese Arbeit soll es ihnen ermöglichen, Zeugenaussagen abzugleichen, mögliche Verbindungen zwischen den Beteiligten aufzudecken und festzustellen, ob Ereignisse mit Frankreich in Verbindung stehen.
Es wird davon ausgegangen, dass die Ermittlungen im Ausland fortgesetzt werden.
Die internationale Dimension des Falls erschwert die Ermittlungen. Einige mutmaßliche Opfer leben außerhalb Frankreichs, was die für Vernehmungen benötigte Zeit verlängert. Es werden außerdem Rechtshilfeersuchen vorbereitet, um die Ermittlungen im Ausland fortzusetzen und die Beteiligten zu befragen.
Ein Prozess, der noch lange nicht abgeschlossen ist
Die von Laure Beccuau angekündigte Beschleunigung der Ermittlungen markiert eine neue Phase im französischen Teil des Epstein-Falls, doch die Untersuchung befindet sich weiterhin in einem frühen Stadium. Die Staatsanwaltschaft ist zunächst bestrebt, Zeugenaussagen zu bündeln, Archive auszuwerten und Jeffrey Epsteins Beziehungen zu verschiedenen Personen zu rekonstruieren, bevor Anklage erhoben wird. Für die französische Justiz besteht die Herausforderung nun darin, diese neuen Erkenntnisse in verifizierbare Beweismittel umzuwandeln. Dies ist eine langwierige, heikle und potenziell entscheidende Aufgabe in einem weitverzweigten Fall, der sich auch Jahre nach Jeffrey Epsteins Tod noch immer entwickelt.