GESUNDHEIT – Wie Ihre Lebensmittelauswahl das Tinnitusrisiko senken kann
GESUNDHEIT – Wie Ihre Lebensmittelauswahl das Tinnitusrisiko senken kann

Tinnitus oder Tinnitusist eine chronische Hörstörung, von der weltweit etwa 740 Millionen Menschen betroffen sind und bei der die Betroffenen ständig störende Geräusche auf einem oder beiden Ohren hören. Es wird oft als „Ohrensausen“ bezeichnet, heißt es auf der Website Medical News Today.

Für Tinnitus gibt es mehrere Ursachen, beispielsweise Hörverlust, Mittelohrentzündungen, Schilddrüsenprobleme und andere. Bis heute gibt es keine kurative Behandlung für Tinnitus. Frühere Studien haben jedoch Möglichkeiten aufgezeigt, das Risiko dieser Erkrankung zu verringern. Dazu gehören etwa der Schutz des Gehörs vor lauten Geräuschen (z. B. Musik bei Konzerten oder beim Einsatz von Elektrowerkzeugen), Stressbewältigung, ausreichend Schlaf und die Aufrechterhaltung eines gesunden Blutdrucks und Cholesterinspiegels.

Einige Studien haben auch die Rolle einer gesunden Ernährung bei der Verringerung des Tinnitusrisikos untersucht. Eine im Februar 2020 veröffentlichte Studie ergab beispielsweise, dass eine erhöhte Vitamin-B12-Zufuhr und eine proteinreiche Ernährung dazu beitragen, das Risiko für die Entwicklung von Tinnitus zu senken.

Eine weitere im Dezember 2024 veröffentlichte Studie zeigte, dass der Verzehr von Thunfisch und Meeresfrüchten mit einem verringerten Risiko für chronischen Tinnitus bei Frauen verbunden war.

Kürzlich wurde eine Studie in der Zeitschrift BMJ öffnen fanden heraus, dass eine Erhöhung des Obst-, Ballaststoff-, Milch- und Koffeinanteils in der Ernährung dazu beitragen kann, das Tinnitusrisiko zu senken.

Der Verzehr von Obst, Ballaststoffen, Milchprodukten und Koffein senkt nachweislich das Risiko. In dieser Studie analysierten Forscher medizinische Daten aus 8 Studien zu Tinnitus und Ernährung bei Erwachsenen ab 18 Jahren mit etwa 300 Teilnehmern.

Die Forscher untersuchten 15 spezifische Ernährungsfaktoren: Koffein, Kohlenhydrate, Milchprodukte, Eier, Fette, Ballaststoffe, Fisch, Obst, Margarine, Fleisch, Eiweiß, Zucker, abwechslungsreiche Ernährung, Gemüse und Wasser.

Am Ende der Studie stellten die Forscher fest, dass Teilnehmer, die Obst, Ballaststoffe, Milchprodukte und Koffein zu sich nahmen, am wenigsten unter Tinnitus litten.

Obst reduzierte das Risiko um 35 %, Milchprodukte um 17 %, Koffein um 10 % und Ballaststoffe um 8 %. Sie fanden jedoch keinen Zusammenhang zwischen den elf anderen untersuchten Ernährungsfaktoren und dem Tinnitusrisiko.

Rachel Artsma, Audiologin, kommentierte: „Ich fand die Studie interessant, weil sie die Annahme untermauert, dass Lebensstilfaktoren eine Rolle beim Tinnitusrisiko spielen könnten.“ Sie fügte hinzu: „Angesichts der Belastung, die Tinnitus für Patienten darstellen kann, ist es ermutigend, Hinweise darauf zu sehen, dass bestimmte Ernährungsgewohnheiten, wie der Verzehr von mehr Obst, Ballaststoffen, Milchprodukten und sogar Koffein, die Häufigkeit des Tinnitus reduzieren können.“

Sie fuhr fort: „Tinnitus beeinträchtigt die Lebensqualität erheblich und führt häufig zu Angstzuständen, Depressionen und Schlafstörungen. Medikamente können zwar helfen, die Symptome zu lindern, aber Prävention ist immer noch die beste Lösung. Wenn wir beeinflussbare Risikofaktoren wie die Ernährung identifizieren, haben Patienten mehr Kontrolle über ihre Gesundheit.“