GESUNDHEIT - So hören Sie auf, zu viel nachzudenken 6 Möglichkeiten, die Kontrolle über Ihre Emotionen zurückzugewinnen
GESUNDHEIT - So hören Sie auf, zu viel nachzudenken 6 Möglichkeiten, die Kontrolle über Ihre Emotionen zurückzugewinnen

Jeder, der von Natur aus ängstlich ist, kennt das Gefühl, dass ein Ereignis den Verstand in einen Zustand des Wahnsinns versetzt und ein tiefes und erschöpfendes Unbehagen erzeugt, als ob das Ereignis die Kontrolle über einen übernehmen würde.

Dr. Alice Boyes, eine Spezialistin für die Anwendung der Prinzipien der kognitiven Verhaltenstherapie und Sozialpsychologie, bietet Tipps, die Menschen in ihrem täglichen Leben anwenden können. Es werden sechs Tipps präsentiert, um Ihren Geisteszustand zu verbessern, wenn Sie in übermäßigem Denken gefangen sind, egal ob Sie ein Problem lösen oder sich einfach beruhigen müssen, laut einem Bericht von Psychology Today.

Stellen Sie sich vor, jemand erzählt Ihnen, dass ihm dasselbe verstörende Ereignis passiert ist

Stellen Sie sich folgendes Szenario vor: „Sie sind Praktikant. Ihnen unterläuft ein Fehler, der Ihr gesamtes Team zwingt, Freitagabend damit zu verbringen, das von Ihnen verursachte Problem zu beheben. Es ist 18:52 Uhr, und 30 Leute chatten auf Slack darüber, wie der Fehler behoben werden kann. Dabei hätten alle schon um 17:30 Uhr Feierabend haben sollen.“
Sie fühlen sich schlecht und beschämt. Doch in den folgenden Tagen erzählen vier Personen von ähnlichen Fehlern, die sie als Praktikanten oder zu Beginn ihrer Karriere gemacht haben. Einer von ihnen ist ein großartiger Manager, der einen viel größeren Fehler gemacht hat. Diese Perspektiven helfen Ihnen zu verstehen, dass Ihr Fehler Sie nicht zum ewigen Scheitern verurteilt – es ist eine allgemeine Erfahrung, die nicht nur Ihnen passiert.
In Ihrem Fall finden Sie möglicherweise keine anderen Menschen, die ihre Geschichten teilen. Es kann jedoch schon beruhigend sein, sich vorzustellen, dass jemand dies tut.

Physiologischer Reset

Wenn wir von unseren Gedanken überwältigt werden, fühlen wir uns oft erschöpft. Sie können Ihren Körper durch eine der folgenden Maßnahmen zurücksetzen: Schlafen, langsam atmen, einer Meditationssitzung zuhören, einem vertrauten Geräusch lauschen, das Sie beruhigt (wie einem Lieblings-Podcast), duschen, um Stress abzubauen, oder Sport treiben. Kümmern Sie sich um sich selbst, als würden Sie sich von einer Krankheit erholen.

Verschieben Sie die Lösung des Problems

Um Ihrem Geist eine mentale und psychologische Pause zu gönnen, müssen Sie die Problemlösung manchmal bewusst aufschieben. Sie können sich sagen: „Ich muss in den nächsten Minuten oder Stunden nicht an der Lösung dieses Problems arbeiten.“ Sie können einen beliebigen Zeitrahmen wählen, der Ihnen passt – von fünf Minuten bis zu mehreren Stunden oder sogar über Nacht. Ihr Verstand wird dieser Anweisung vielleicht nicht vollständig folgen, aber es ist trotzdem hilfreich, sich ein Ziel zu setzen. Studien zur „Angstplanung“ zeigen, dass das Verschieben von Angstzuständen auf einen bestimmten Zeitpunkt dazu beitragen kann, ihre Auswirkungen zu verringern und die Konzentration zu verbessern.

Ein paar Minuten, um Mitgefühl mit sich selbst zu zeigen

Es gibt starke Beweise dafür, dass Selbstmitgefühl ein wirksames Gegenmittel gegen einen müden Geist ist. Das am besten erforschte Konzept für Selbstmitgefühl beruht auf drei Säulen: dem Anerkennen der eigenen Emotionen, dem Verständnis, dass das, was man erlebt, eine gemeinsame menschliche Erfahrung ist, und dem Praktizieren von Freundlichkeit.
Auch wenn die Einzelheiten unterschiedlich sind, gibt es immer Aspekte Ihrer Erfahrung, die im Kern universell sind. Jeder hat zum Beispiel schon einmal einen Fehler gemacht, der andere verärgert hat. Jeder hat schon einmal einen Fehler gemacht, obwohl er sein Bestes gegeben hat.
Je mehr Sie sich dieser gemeinsamen Erfahrungen bewusst werden, desto weniger allein werden Sie sich mit Ihrem Leiden fühlen. Untersuchungen zeigen, dass das bloße dreiminütige Schreiben über eine Schwäche oder einen Fehler dazu beitragen kann, psychische Belastungen zu verringern.

Finden Sie eine nützliche Metapher

Die körperliche Heilung verläuft ähnlich wie die emotionale Heilung. Sie nehmen beispielsweise Antibiotika zur Behandlung einer Hautinfektion ein. In den ersten Tagen bekämpft das Medikament die Infektion, die Wunde bleibt jedoch gerötet. Zwischen dem vierten und sechsten Tag zeigt sich eine deutliche Verbesserung, die Haut ist jedoch immer noch geschädigt. Nach einigen Wochen nimmt die Haut wieder ihre natürliche Farbe an.
Wenn ein verstörendes Ereignis übermäßiges Denken verursacht, geschieht der Prozess, dieses Denken zu stoppen, nicht über Nacht. Wenn Sie mit der Zeit mental Abstand von dem Ereignis gewinnen, werden Ihre Gedanken seltener darauf zurückkommen. Irgendwann erreichen Sie einen Punkt, an dem Sie längere Zeit nicht an den Vorfall denken müssen.
Denken Sie an etwas, von dem Sie sich körperlich erholt haben, um eine Metapher zu finden, die Ihnen bei der emotionalen Heilung hilft.

Halten Sie an Ihrer gewohnten Routine fest

Wenn wir in unaufhörliche Gedanken versunken sind, kommt es uns oft so vor, als sei vor dem verstörenden Ereignis alles in Ordnung gewesen, und dann ändert sich plötzlich alles. Sie können dieses Gefühl überwinden und sich Stabilität verschaffen, indem Sie sich an Ihre gewohnte Routine halten. Es geht um einfache Kleinigkeiten, wie zum Beispiel den Müll rechtzeitig rauszubringen.
Wenn Sie von ständigen Gedanken überwältigt werden, hilft Ihnen die Verankerung Ihrer Handlungen in Ihrer täglichen Routine dabei, ein Gefühl der Normalität wiederherzustellen, da diese kleinen Handlungen Sie daran erinnern können, dass das Leben weitergeht, und Ihnen helfen können, die Kontrolle wiederzuerlangen.