Die WHO warnt vor Nikotinbeuteln, dem neuen Verkaufsschlager unter jungen Menschen.
Die WHO warnt vor Nikotinbeuteln, dem neuen Verkaufsschlager unter jungen Menschen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt eindringlich vor der rasanten Zunahme der Beliebtheit von Nikotinbeuteln. Diese kleinen Beutel, die zwischen Lippe und Zahnfleisch platziert werden, erfreuen sich immer größerer Beliebtheit bei Teenagern und jungen Erwachsenen. In einem Bericht erklärt die WHO, dass diese Produkte „auf Suchtpotenzial ausgelegt“ seien und verurteilt aggressive, von sozialen Medien inspirierte Marketingstrategien.

Diese Beutel, die oft als „modern“, „diskret“ und „tabakfrei“ beworben werden, erleben weltweit ein explosionsartiges Wachstum. Laut WHO wurden 2024 mehr als 23 Milliarden Stück verkauft, ein Anstieg von über 50 % innerhalb eines Jahres. Der Markt wird mittlerweile auf fast 7 Milliarden US-Dollar geschätzt.

Produkte, die im Verdacht stehen, sich direkt an Teenager zu richten

Die internationale Organisation wirft Herstellern vor, mit einer Vielzahl fruchtiger Aromen, farbenfrohen Verpackungen und Influencer-Kampagnen ein junges Publikum anzusprechen. Die WHO kritisiert zudem die Förderung eines „diskreten“ Konsums, der mitunter als für Eltern oder Lehrkräfte unsichtbar dargestellt wird.

Experten weisen darauf hin, dass Nikotin nach wie vor eine stark suchterzeugende Substanz ist, die insbesondere für das sich entwickelnde Gehirn gefährlich ist. Mehrere Studien belegen bereits einen deutlichen Anstieg des Konsums bei 16- bis 24-Jährigen in verschiedenen europäischen und nordamerikanischen Ländern.

Frankreich hat sich bereits für ein Verbot entschieden.

Angesichts dieses rasanten Anstiegs verbot Frankreich am 1. April 2026 den Verkauf und die Verwendung von Nikotinbeuteln, obwohl einige Aspekte des Dekrets noch vom Staatsrat geprüft werden. Weltweit haben bisher nur sechzehn Länder ein ähnliches Verbot erlassen.

Die WHO fordert Regierungen auf, die Regulierungen rasch zu verschärfen, um die Entstehung einer neuen Generation von Nikotinabhängigen zu verhindern. Die Organisation verlangt insbesondere Beschränkungen für Aromastoffe, Werbung und den Online-Verkauf dieser Produkte.

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