Das Medikament Tavneos, das zur Behandlung schwerer Entzündungen der Blutgefäße eingesetzt wird und in Japan vom japanischen Pharmakonzern Kissei Pharmaceutical vertrieben wird, sollte nicht mehr an neue Patienten verschrieben werden. Dies forderte das Unternehmen Ärzte auf, nachdem seit der Markteinführung im Jahr 2022 Berichte über zwanzig Todesfälle in Japan bekannt wurden. Die Behandlung ist für bestimmte seltene Autoimmunerkrankungen vorgesehen.
In einem Hinweis an medizinisches Fachpersonal weist das Pharmaunternehmen auf das Risiko einer schweren Leberfunktionsstörung hin und empfiehlt, die derzeitige Behandlung zu überprüfen. Seit der Markteinführung in Japan im Juni 2022 haben rund 8.500 japanische Patienten dieses Medikament erhalten.
Leberschäden im Zentrum der Bedenken
Das Medikament Tavneos wurde vom amerikanischen Biotechnologieunternehmen Amgen entwickelt und wird in Japan von Kissei Pharmaceutical vertrieben. Laut mehreren amerikanischen und japanischen Wirtschaftsmedien beobachten die Gesundheitsbehörden Fälle schwerer Leberschäden, die bei einigen behandelten Patienten aufgetreten sind, genau.
Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) gibt an, dass diese Behandlung für seltene Autoimmunerkrankungen bestimmt ist, die zu potenziell tödlichen Entzündungen der Blutgefäße führen. Das Medikament wirkt, indem es bestimmte Mechanismen des Immunsystems blockiert, um Entzündungsreaktionen einzudämmen.
Japan verstärkt seine Arzneimittelüberwachung
Zum jetzigen Zeitpunkt haben die japanischen Behörden noch keinen offiziellen Rückruf des Medikaments angeordnet, beobachten die Situation aber genau. Die beteiligten Labore geben an, die gemeldeten Nebenwirkungen weiterhin zu analysieren, um den genauen Zusammenhang zwischen den Todesfällen und der Behandlung zu ermitteln.
Dieser Fall hat in Japan die Debatten über die Überwachung innovativer Arzneimittel nach der Markteinführung neu entfacht, insbesondere im Bereich seltener Krankheiten, wo Behandlungen oft mit begrenzten Langzeitdaten zugelassen werden.
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