Laut einer im British Journal of Cancer veröffentlichten Studie sind die britischen Kriterien für das Brustkrebs-Screening für Frauen unter 50 Jahren zu restriktiv. Die aktuellen Empfehlungen stützen sich hauptsächlich auf die Familienanamnese und genetische Mutationen, obwohl viele Krebserkrankungen bei Patientinnen auftreten, die keines dieser Merkmale aufweisen.
Forscher der Universität Cambridge und des Institute of Cancer Research nutzten den Boadicea-Rechner, der Genetik, Lebensstil, Familiengeschichte und reproduktive Vorgeschichte kombiniert. Dieses Tool identifizierte Berichten zufolge achtmal mehr Frauen, die später an Brustkrebs erkrankten, als die im britischen Gesundheitssystem üblicherweise angewandten Kriterien.
Eine Ausweitung der Vorsorgeuntersuchungen könnte auch zu einer Zunahme unnötiger Tests führen.
Mit dieser Methode würden 26,5 % der Frauen unter 50 Jahren als überdurchschnittlich gefährdet eingestuft. Das System würde 34,8 % derjenigen identifizieren, die innerhalb der nächsten zehn Jahre an der Krankheit erkranken, verglichen mit nur 4,4 % nach den derzeitigen Kriterien. Dieser Unterschied erklärt sich insbesondere dadurch, dass 73 % der betroffenen Patientinnen keine familiäre Vorbelastung für die Krankheit aufwiesen.
Forscher fordern eine Überprüfung der Empfehlungen, weisen aber gleichzeitig auf die Grenzen eines flächendeckenden Screenings hin. Eine Zunahme von Überweisungen könnte die Gesundheitssysteme überlasten, zu unnötigen Untersuchungen führen und die Angst verstärken. Die britische Gesundheitsbehörde ist daher der Ansicht, dass die Datenlage für eine sofortige Änderung der Leitlinien noch nicht ausreicht. Dennoch werden alle Frauen ermutigt, einen Arzt aufzusuchen, wenn sie einen Knoten, eine ungewöhnliche Veränderung in der Brust oder andere anhaltende Symptome bemerken.
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