Die Regierung setzt ihre Strategie zur Eindämmung der Gesundheitsausgaben fort, indem sie einen Teil der Erstattungen vom staatlichen Krankenversicherungssystem an private Zusatzversicherungen überträgt. Gesundheitsministerin Stéphanie Rist gab bekannt, mehrere Verordnungsentwürfe zur Änderung der Kostenverteilung zwischen dem staatlichen Krankenversicherungssystem und privaten Krankenversicherungen vorgelegt zu haben.
Diese Maßnahmen betreffen insbesondere die zahnärztliche Versorgung, Krankentransporte, bestimmte Medizinprodukte und Medikamente mit geringem oder mittlerem medizinischem Nutzen. Die Regierung hofft, dadurch das Wachstum der Gesundheitsausgaben zu verlangsamen, da das Sozialversicherungsdefizit 23,2 Milliarden Euro erreichen könnte.
Die Krankenversicherungen befürchten einen Anstieg der Prämien.
Unterdessen schlägt ein fünfter Erlass vor, die jährliche Obergrenze für Selbstbeteiligungen im Gesundheitswesen von 100 € auf 200 € zu verdoppeln. Diese Maßnahme käme zu den bereits angekündigten Erstattungszahlungen hinzu und verstärkt die Bedenken von Anbietern ergänzender Krankenversicherungen und Patientenverbänden.
Der französische Verband der Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit (Mutualité française) schätzt, dass diese Entscheidungen eine Kostenverlagerung zwischen 1,5 und 1,7 Milliarden Euro auf die Anbieter von Zusatzkrankenversicherungen bedeuten. Laut dem Verband könnten diese neuen Kosten für einige Versicherte zu höheren Prämien oder höheren Selbstbeteiligungen führen.
Die Regierung möchte die Auswirkungen auf die Versicherungsnehmer begrenzen.
Auf die Frage nach einer möglichen Erhöhung der Krankenversicherungsprämien versicherte Stéphanie Rist, dass dies „nicht automatisch“ geschehe. Die Ministerin gab an, dass Gespräche mit Anbietern von Zusatzkrankenversicherungen geführt würden, um die finanziellen Auswirkungen auf die Versicherungsnehmer so weit wie möglich zu begrenzen, räumte aber gleichzeitig ein, dass die Regierung keinen Prämienstopp verhängen könne.
Diese Maßnahmen sind Teil einer umfassenderen Reform der Gesundheitsfinanzierung. Sie erfordern zwar noch Konsultationen, bevor sie in Kraft treten können, doch sie eröffnen bereits die Debatte über das Gleichgewicht zwischen der Kontrolle der öffentlichen Ausgaben, dem Zugang zur Gesundheitsversorgung und den steigenden Kosten der privaten Krankenversicherung.
Gemeinschaft
Bemerkungen
Schreiben Sie eine Rezension
Sei der Erste, der diesen Artikel kommentiert.