Die französische Arzneimittelbehörde (ANSM) geht verstärkt gegen den illegalen Online-Verkauf von Peptiden vor. Sie hat den Verkauf und die Werbung für „FastPen 40 mg“ in Frankreich verboten. Das Produkt wurde von AZRL LTD auf deren Website Azentra Labs angeboten. Das Unternehmen muss zudem alle bereits ausgelieferten Einheiten umgehend zurückrufen.
Dieses Produkt, das als Injektionspen angeboten wird, könnte den Eindruck erwecken, ein offiziell zugelassenes Medikament zu sein. Es hat jedoch nicht die von den Gesundheitsbehörden geforderten Prüfungen durchlaufen. Zwei weitere Produkte desselben Herstellers, „Azentra Retatrutide 40 mg“ und „Azentra FastPen“, wurden bereits im Juli wegen fehlender Zulassungsvoraussetzungen verboten.
Spektakuläre Versprechungen ohne ausreichende Beweise
Peptide sind kurze Aminosäureketten, aus denen Proteine bestehen. Einige werden als Wirkstoffe in bekannten Medikamenten eingesetzt, darunter Insulin und verschiedene Präparate gegen Übergewicht. Diese wissenschaftliche Tatsache wird jedoch von Anbietern ausgenutzt, die ihnen ohne stichhaltige Beweise positive Wirkungen auf sportliche Leistung, Gedächtnis, Gewichtsverlust oder die Verlangsamung des Alterungsprozesses zuschreiben.
Produkte, die außerhalb des regulären pharmazeutischen Vertriebsnetzes vertrieben werden, bergen besondere Risiken, da ihre Zusammensetzung, Dosierung und Herstellungsbedingungen oft unklar sind. Unabhängig davon, ob sie als Injektionen, Cremes oder Nahrungsergänzungsmittel angeboten werden, können sie schwerwiegende Nebenwirkungen hervorrufen. Die Behörden betonen daher erneut, dass ein professionelles Erscheinungsbild der Verpackung oder die Popularität eines Produkts in den sozialen Medien niemals eine Garantie für Wirksamkeit oder Sicherheit darstellt.
