Fettleibigkeit: Eine Studie stellt die zentrale Rolle mangelnder körperlicher Aktivität in Frage.
Fettleibigkeit: Eine Studie stellt die zentrale Rolle mangelnder körperlicher Aktivität in Frage.

Jahrelang galt ein sitzender Lebensstil als eine der Hauptursachen für die explosionsartige Zunahme von Fettleibigkeit in den Industrieländern. Eine internationale Studie, die in der wissenschaftlichen Zeitschrift veröffentlicht wurde, zeigt jedoch, dass… PNAS Eine neue Studie wirft ein anderes Licht auf dieses Problem der öffentlichen Gesundheit. Nach der Analyse von Daten von über 4.000 Personen auf sechs Kontinenten kommen Forscher zu dem Schluss, dass eine erhöhte Kalorienzufuhr eine weitaus bedeutendere Rolle bei der Entstehung von Fettleibigkeit spielt als verminderte körperliche Aktivität.

Die Ergebnisse zeigen, dass Menschen in Industrieländern etwa genauso viel Energie verbrauchen wie Bevölkerungsgruppen in deutlich aktiveren Gesellschaften, beispielsweise Jäger und Sammler oder traditionelle ländliche Gemeinschaften. Laut den Autoren liegt der Hauptunterschied weniger im Ausmaß der täglichen Bewegung als vielmehr in der Menge und Qualität der konsumierten Nahrungsmittel.

Besonders hochverarbeitete Lebensmittel werden kritisiert.

Die Studie belegt insbesondere den zunehmenden Konsum von hochverarbeiteten Lebensmitteln in der modernen Ernährung. Diese Produkte, reich an Zucker, gesättigten Fettsäuren und Salz und oft sehr kalorienreich, spielen eine immer größere Rolle in der Ernährung der Industrieländer. Die Forscher beobachteten einen Zusammenhang zwischen ihrem Konsum und einem erhöhten Körperfettanteil in den untersuchten Bevölkerungsgruppen.

Laut mehreren Experten erklärt diese Ernährungsumstellung den Anstieg der Adipositasfälle besser als der alleinige Rückgang körperlicher Aktivität. Die Autoren betonen jedoch, dass Sport weiterhin unerlässlich für die Herz-Kreislauf-Gesundheit, den Erhalt der Muskelmasse, die Prävention vieler chronischer Krankheiten und die Förderung des psychischen Wohlbefindens ist.

Hin zu einem neuen Ansatz für die öffentliche Gesundheitspolitik

Diese Erkenntnisse könnten zu einem Wandel der Präventionsstrategien führen. Während Kampagnen im Bereich der öffentlichen Gesundheit häufig die körperliche Aktivität betonen, sind mehrere Experten mittlerweile der Ansicht, dass der Nährstoffqualität von Lebensmitteln und der Reduzierung des Konsums von hochverarbeiteten Produkten mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte.

Angesichts einer sich weiter ausbreitenden globalen Epidemie plädieren Forscher für Maßnahmen, die eine ausgewogenere Ernährung, einen besseren Zugang zu frischen Lebensmitteln und eine verbesserte Verbraucherinformation fördern. Für sie hängt der Kampf gegen Übergewicht ebenso sehr von unserer Ernährung wie von körperlicher Aktivität ab, wobei der Ernährung mittlerweile eine zentrale Rolle in Präventionsstrategien zukommt.

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