Medikamente gegen Fettleibigkeit könnten auch das Fortschreiten bestimmter Krebsarten verlangsamen.
Medikamente gegen Fettleibigkeit könnten auch das Fortschreiten bestimmter Krebsarten verlangsamen.

Medikamente wie Wegovy und Mounjaro, die bereits zur Behandlung von Diabetes und Adipositas eingesetzt werden, könnten auch im Kampf gegen bestimmte Krebsarten eine Rolle spielen. Eine neue amerikanische Studie, die auf der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) in Chicago vorgestellt wurde, legt nahe, dass diese Behandlungen das Risiko der Metastasierung bei bereits an Krebs erkrankten Patienten verringern könnten.

Forscher analysierten die medizinischen Daten von über 20.000 Patienten mit verschiedenen Krebsarten. Etwa die Hälfte dieser Patienten erhielt Medikamente aus der Gruppe der GLP-1-Analoga, die zur Gewichtsreduktion eingesetzt werden. Die Ergebnisse zeigen, dass diese Patienten seltener an metastasiertem Krebs erkrankten, insbesondere bei Darmkrebs, Leberkrebs, Brustkrebs und nicht-kleinzelligem Lungenkrebs.

Könnte GLP-1 auch andere Bereiche der Medizin revolutionieren?

Laut den Studienautoren ist die Anwendung dieser Behandlungen mit einer bis zu 50%igen Verringerung des Risikos verbunden, innerhalb von fünf Jahren an Krebs im Stadium IV zu erkranken. Patienten, die diese Behandlungen erhalten, scheinen zudem eine bessere Gesamtüberlebensrate aufzuweisen als Patienten, die diese Medikamente nicht erhalten.

Die Experten bleiben jedoch vorsichtig. Zum jetzigen Zeitpunkt lässt sich noch nicht feststellen, ob dieser Effekt direkt mit der biologischen Wirkung der Medikamente auf die Krebszellen zusammenhängt oder ob er auf eine allgemeine Verbesserung des Gesundheitszustands der Patienten durch Gewichtsverlust und bessere Kontrolle der Risikofaktoren zurückzuführen ist.

Diese Forschung eröffnet dennoch neue Wege für weitere Untersuchungen. GLP-1-Analoga, die ursprünglich zur Behandlung von Diabetes entwickelt wurden und sich später als Standardtherapie bei Adipositas etablierten, werden nun hinsichtlich ihrer potenziellen Wirkungen in verschiedenen Bereichen, darunter Krebs, Arthrose und bestimmte Suchterkrankungen, erforscht. Weitere Studien sind erforderlich, um diese ersten Ergebnisse zu bestätigen und die zugrunde liegenden Mechanismen besser zu verstehen.

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